Bauhaus-Universität Weimar

Projektion nach der Methode von Ives. 
89 
nebeneinander; dann verschiebt man die Objektive allmählich derart, daß sich 
die farbigen Felder decken. Besonders interessant ist es zu beobachten, wie 
aus Mischung von Rot und Grün Gelb entsteht und aus Mischung von Rot, 
Grün und Blau reines Weiß. Schwarz wird lediglich durch den dunklen 
Silberniederschlag der Diapositive geliefert. 
Die Dreiteilung des Lichtes bringt natürlich erhebliche Übelstände mit 
sich. Man baute deshalb für die Ives-Projektion besondere dreiteilige Bild¬ 
werfer, die mit drei Lichtquellen, drei Kondensoren und drei Objektiven aus¬ 
gerüstet sind. Der nach den Angaben von Prof. A. Miethe von Bermpohl 
in Berlin gebaute Apparat liefert bei mäßigem Preise mit drei Kalklichtbrennern 
recht Gutes. Eine in jeder Beziehung vorzügliche Konstruktion ist diejenige 
von der Firma C. P. Goerz (Friedenau bei Berlin)1), welche in Bezug auf 
optische Ausrüstung und genaue Zentrierung den höchsten Anforderungen 
genügt. 
Die „Urania“ in Berlin, welche der Dreifarbenprojektion besondere 
Sorgfalt widmet, ließ unter der Leitung von Dr. Donath durch Ferdinand 
Ern ecke in Berlin einen Apparat bauen2), welcher nach jeder Richtung 
hin aufs sorgfältigste durchdacht und ohne Rücksicht auf die Kosten (rund 
8000 Mk.) so ausgeführt ist, daß selbst auf einem Riesenvorhang von 5x6 m 
die Bilder in wunderbarer Helligkeit erscheinen. Das Licht wird geliefert 
durch drei nebeneinander aufgestellte Handregulier-Bogenlampen, von denen 
jede mit ungefähr 65 Ampère brennt. Im ganzen steht also eine Lichtstärke 
von rund 200 Ampère zur Verfügung, wozu eine Maschine von 45 Pferde¬ 
kräften notwendig ist. Allerdings geht die größere Hälfte dieser ungeheueren 
Lichtfülle in den Filtern wieder verloren. Damit die drei Lampen mit genau 
gleicher Helligkeit brennen (das Überwiegen eines Teilbildes in Bezug auf 
Helligkeit würde die Gesamtwirkung aufs nachteiligste beeinflussen) ist jede 
einzelne Lampe mit guten Reguliervorrichtungen und einem Apparat zum 
Messen der Stromstärke ausgerüstet. Durch Luftzug und Platten aus Hartglas 
werden die Kondensoren vor übermäßiger Erwärmung geschützt. Zwischen 
Beleuchtungslinsen und Glasbild sind Kühlkammern von 5 cm lichter Weite 
angebracht, in denen sich die als Lichtfilter benutzten, gefärbten Flüssigkeiten 
befinden. Zur Projektion dienen drei eigens für diese Zwecke konstruierte 
Objektive, deren Brennweite genau übereinstimmt, um gleiche Größe der 
drei Teilbilder zu gewährleisten. Auch ist durch die Korrektion der Gläser 
dafür Sorge getragen, daß das rote, grüne und blaue Teilbild genau gleiche 
Größe hat. Zwei dieser Objektive sind fest montiert; das dritte, für das 
Rotbild bestimmte, gestattet geringfügige, an einer Skala abzulesende Ver¬ 
schiebung, um im Notfälle eine kleine Korrektur der Größe dieses Bildes 
herbeiführen zu können. Die drei Teilbilder werden auf lange Spiegelglas¬ 
platten aufgeklebt, welche ihrerseits bei der Projektion mit festem Anschläge 
1) Prometheus Nr. 758, S. 471. 
2) Himmel und Erde 1903, Heft 7, S. 289. Photogr. Rundschau 1903, Heft 8, 
S. 106.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.