Bauhaus-Universität Weimar

Die Lichtquellen. 
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Elektrische Bogenlampen erfordern Starkstromleitung und sind daher 
an die gewöhnlichen, für Glühlampen berechneten Hausleitungen nicht. an¬ 
schließbar. Eine Ausnahme hiervon machen die kleinen, von verschiedenen 
Firmen in den Handel gebrachten Lampen, welche mit sehr geringer Ampère- 
zahl arbeiten, für Projektionen im Familienkreise aber vollständig ausreichen. 
Manche Fabrikanten entblöden sich nicht, für Lampen dieser Art mit 4 bis 
5 Ampère eine Lichtstärke von 2000 Kerzen anzugeben. Es verlohnt sich 
nicht, auf die verschiedenen neueren Lampenkonstruktionen, welche nach 
Ansicht ihrer Erfinder Gott weiß welche Vorzüge bieten, genauer einzugehen. 
Wir warnen eindringlich vor Anschaffung der billigen Schund ware. Wenn 
man sich genügend lange mit denselben herumgequält und bei zahlreichen 
Projektionen die gute Laune verdorben hat, wirft man sie in die Rumpel¬ 
kammer und kauft ein solides Fabrikat. Billige Ware bleibt also auch hier 
die teuerste. Eine gute Handregulierlampe (nur solche kommen in Frage, 
denn eine automatisch regulierende Lampe wird sich nur jemand anschaffen, 
der durchaus 200 Mk. mehr verausgaben und sich von dem widerwärtigen 
Gefauche und Gezische nicht trennen will) kostet 80 bis 100 Mk. Alles muß 
sorgfältig gearbeitet sein, soll es der ungeheuren Erwärmung auf die Dauer 
erfolgreich Widerstand leisten; sonst gibt es sofort schlotternde Gelenke und 
wackelige Trieb Vorrichtungen. Insbesondere achte man darauf, daß beide 
Pole gut isoliert sind. Die Fabrikanten begnügen sich gern mit der Isolierung 
eines Poles, wobei natürlich die Gefahr des Kurzschlusses stark vermehrt ist. 
Bei Beleuchtung mit künstlichem Licht, insbesondere in den Reproduktions¬ 
anstalten, fanden die Bogenlampen allgemein Eingang, bei denen die Kohlen 
in Glasglocken eingeschlossen sind. Dieselben brennen sparsam, sind aber 
für die Projektion nicht verwendbar, weil sie eine Überfülle von violetten 
und ultravioletten, dem Auge wenig sichtbaren Strahlen liefern. Auch die 
ungemein helles Licht liefernden Bremer-Lampen lassen sich wegen der 
eigenartigen Aufhängung und Kohlenstellung für den Bildwerfer nicht nutz¬ 
bringend verwerten. 
Um gute Zentrierung der Lichtquelle herbeiführen zu können, muß 
jede Lampe hoch und niedrig, nach rechts und links, nach vorn und hinten 
verstellbar sein. Dies ist um so notwendiger, je kleiner die Lichtquelle ist, 
denn hier treten bei nicht genauer Zentrierung sofort Unregelmäßigkeiten in 
der Lichtverteilung auf. Nach vorn und hinten, ebenso wie nach rechts und 
links lassen sich die Lampen zumeist frei im Gehäuse verschieben, so daß 
hierfür besondere Triebvorrichtungen nicht nötig sind. Allerdings ist es bei 
elektrischen Lampen angenehm, wenn sich die Bewegung nach îechts und 
links durch eine Schraube bewerkstelligen läßt (C in Fig. 43, S. 67). Die 
sehr wichtige Bewegung nach oben und unten ist bei elektrischen Lampen 
unter allen Umständen (am besten auch bei Kalklichtbrennern) durch Zahn 
und Trieb herbeizuführen. Billige Lampen dieser Art pflegen an einem senk¬ 
rechten Metallstab, bei dem das Festklemmen durch eine Schraube geschieht, 
befestigt zu sein. Genaues Einstellen ist hierbei an sich schon außerordentlich
        

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