Bauhaus-Universität Weimar

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I. Teil. Der Bildwerfer mit Zubehör. 
Helligkeit auf dem weißen Schirm gleichmäßiger. Empfehlenswerter sind 
jedoch diejenigen Lampen, wo die Kohlen schräg stehen, ungefähr im Winkel 
von 30 bis 40 Grad gegen die Senkrechte geneigt (Fig. 42). Der Krater 
bildet sich nun an der Vorderseite der oberen Kohle und sendet sein volles 
Licht nach dem weißen Schirm ; letzterer ist dann gleichmäßig hell erleuchtet. 
Auch bei dieser Schrägstellung wird die untere Kohle etwas nach dem Kon¬ 
densor hin vorgeschoben, und zwar so weit, daß die Vorderflächen der beiden 
Kohlen in einer Geraden liegen. Schiebt man die untere Kohle zu weit vor, 
so wirft die an derselben sich bildende Spitze einen Schatten auf den unteren 
Teil des Kondensors. 
Die Dicke der Kohlen richtet sich nach der Stromstärke. Die obere 
(Docht-)Kohle wird in der Regel doppelt so dick, d. h. mit doppelt so großem 
Querschnitt, nicht Durchmesser, gewählt, wie die untere, weil sie doppelt so 
schnell abbrennt. Bei Stromstärke bis zu 10 Ampère soll die Dochtkohle 
13 mm, die Homogenkohle 9 mm Durchmesser haben, bis zu 15 Ampère die 
Dochtkohle 16 mm, die Homogenkohle 11 mm, bis zu 20 Ampère die Docht¬ 
kohle t8 mm, die Homogenkohle 12 mm, über 20 Ampère die Dochtkohle 
25 mm, die Homogenkohle 18 mm. Dünne Kohlen 
geben helleres Licht als dicke, doch brennen sie 
schneller ab. Zu dicke Kohlen liefern mangelhaftes 
Licht, weil dann der Krater nicht in genügende Wei߬ 
glut gerät. 
Sehr wichtig ist, daß der Apparat mit der Leitung 
richtig, d. h. der negative Pol mit der unteren, der 
positive mit der oberen Kohle, verbunden wird. Bei verkehrter Schaltung 
zischt die Lampe, brennt unregelmäßig und gibt mangelhaftes Licht. Man 
erkennt die falsche Schaltung daran, daß der vertiefte Krater in der unteren, 
die Spitze dagegen in der oberen Kohle sich bildet. Durch sogen. Pol¬ 
prüfungspapier läßt sich die Art der Pole ohne weiteres feststellen. 
Die selbstregulierenden Lampen haben den Nachteil, daß sie sehr 
empfindlich sind. Bei Wartung durch ungeübte Hand leidet das regulierende 
Uhrwerk, die Lampe brennt mit Zischen, und Reparaturen bleiben unver¬ 
meidlich. Übrigens kranken auch viele tadellos behandelte Lampen an dem 
Fehler, daß sie anfänglich unruhig und mit Zischen arbeiten und sich erst 
nach einiger Zeit zu ruhigem und gleichmäßigem Licht einbrenneri. Besonders 
ungünstig liegen die Verhältnisse, wenn der mit einer solchen Lampe ver¬ 
sehene Bildwerfer nicht dauernd auf seinem Platze bleibt oder gar an ver¬ 
schiedene Leitungen mit nicht genau regulierter Stromstärke angeschlossen 
wird. Dann ist Zischen und Flackern der Lampe die gewöhnliche, recht 
unangenehme Zugabe zum Projektionsvortrag. All diese Übelstände fallen 
fort, wenn man auf die selbstregulierenden Lampen verzichtet und sogen. 
Handregulierlampen verwendet. Bei denselben wird die richtige Stellung der 
Kohlen durch Schrauben herbeigeführt, mit deren Hilfe man die Regulierung 
etwa von 5 zu 5 Minuten vornehmen muß. Dies ist außerordentlich einfach 
und kann von jedem besorgt werden, der nicht die mindesten Vorkenntnisse 
Fig 42.
        

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