Bauhaus-Universität Weimar

Die Lichtquellen. 
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Schon Dr. J. W. Behrens weist in der Zeitschrift für wissenschaftliche 
Mikroskopie (1899, S. 185) darauf hin, daß in der Projektion nur die relative 
Flächenhelligkeit des Projektionsschirmes, ausgedrückt in Meterkerzen, in 
Betracht kommt. Die Bestimmung der relativen Flächenhelligkeit kann so 
geschehen, daß man die hell erleuchtete Wand als Lichtquelle für Messung 
mit dem Bunsen-Photometer verwendet. 
Will man durch einfachen Versuch feststellen, ob beispielsweise bei 
Kalklicht ein Sicherheitsbrenner oder ein Mischbrenner helleres Licht gibt, so 
stellt man beide Brenner nebeneinander frei auf und bringt in etwa 1 m Ent¬ 
fernung von dem weißen Schirm einen Stab an. Durch die Helligkeit der 
beiden Schatten, welche dieser Stab wirft, lassen sich selbst geringfügige 
Helligkeitsunterschiede beider Lichtquellen mit Sicherheit feststellen. 
Bei den für Projektion zu benutzenden Lichtquellen muß man unter¬ 
scheiden zwischen solchen, die nur für kleinere Räume genügende Helligkeit 
liefern, und solchen, die in großen Sälen verwendbar sind. Zur ersteren 
Klasse gehören: Elektrisches Glühlicht, Öl-, Petroleum-, Auer- und Acetylen¬ 
licht; zur zweiten Klasse: Magnesiumband-, Kalk- und elektrisches Bogenlicht. 
Bei elektrischem Glühlicht ist der in gewöhnlichen Glühbirnen vor¬ 
handene Kohlefaden die für die Projektion denkbar ungeeignetste Form einer 
Lichtquelle. Man stellte deshalb für die Projektion besondere Glühbirnen her, 
bei denen der Glühkörper in Gestalt eines spiralförmig gewundenen Kohle¬ 
fadens auf einen möglichst engen Raum zusammengedrängt ist1). Die Leucht¬ 
kraft der Glühbirnen läßt sich dadurch bedeutend erhöhen. Erheblich bessere 
Helligkeit als der Kohlefaden liefern die Glühlampen mit Nernst-Leuchtkörpern, 
welche eigens für Projektionszwecke gebaut werden. Wenn auch ihr Licht 
die in den Anpreisungen angegebenen 1000 Kerzen bei weitem nicht erreicht, 
so ist ihre Handhabung doch recht einfach. Wo elektrische Lichtanlagen 
vorhanden sind, bleibt dies vielleicht die bequemste Beleuchtungsvorrichtung, 
da sie sich ohne weiteres an die im Zimmer vorhandenen Drähte anschließen 
läßt und keiner besonderen Wartung bedarf. 
Öl kann in besonders konstruierten Lampen, wie sie z. B. in England 
hergestellt werden, ein für kleinere Räume ausreichendes Licht geben. Das¬ 
selbe ist jetzt jedoch durch Petroleumlicht fast völlig verdrängt. Die 
gewöhnliche Petroleumlampe hat eine für den Projektionsapparat ungeeignete 
Form des Brenners. Weit Besseres leisten diejenigen Brenner, bei denen 
zwei bis vier flache Dochte nebeneinander derart angeordnet sind, daß sie ent¬ 
weder ihre Schmalseite oder, die Form eines V oder w bildend, ihre Schmal¬ 
seite und die Breitseite in der Verkürzung (also den unteren Teil der Buch¬ 
staben) dem Kondensor zukehren. Die volle Breitseite dem Kondensor 
zuzuwenden, wäre zwecklos, weil die vorderste Flamme nur einen kleinen 
Bruchteil des Lichtes der hinter ihr stehenden hindurchpassieren läßt. Man 
glaube nicht, daß die Helligkeit im Verhältnis der Dochtzahl wächst. Es 
1) Zu beziehen durch Ed. Liesegang in Düsseldorf.
        

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