Bauhaus-Universität Weimar

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I. Teil. Der Bildwerfer mit Zubehör. 
Linse und einer ihr bis zur Berührung genäherten nahezu gleichschenkeligen 
Linse von verhältnismäßig flacher Krümmung besteht. Hier und bei ähnlichen 
Konstruktionen ist von achsenparallelem Licht zwischen den Linsen keine 
Rede, und die beste Lichtausnutzung findet statt, wenn alles Licht, welches 
auf die Vorderlinse fällt, von der Hinterlinse aufgenommen wird. 
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Zahlreiche Versuche wurden unternommen, um insbesondere bei Kon¬ 
densoren von größerem Linsendurchmesser eine günstigere Lichtausnutzung 
herbeizuführen, als dies bei dem Doppelkondensor (Fig. io) möglich ist. Diese 
Möglichkeit ist bei Beleuchtungssystemen vorhanden, welche nicht aus zwei, 
sondern aus drei Einzellinsen (Tripelkondensor) bestehen. Man kann derartigen 
Beleuchtungssystemen eine sehr kurze Brennweite geben, ohne den Dicken¬ 
durchmesser der einzelnen Linsen ungebührlich zu erhöhen. Insbesondere 
kann die der Lichtquelle zugekehrte Linse so gewählt werden, daß sie durch 
ihre Form der Gefahr des Springens weniger ausgesetzt ist; sie schützt dann 
gleichzeitig die beiden anderen Linsen vor allzu großer Erwärmung. 
Ist die Brennweite des dreifachen Kondensors gleich der Brennweite 
des für ein ebenso großes Diapositivformat berechneten zweifachen, so bietet 
ersterer keine Vorteile vor dem zweifachen; im Gegenteil: da bei dem drei¬ 
fachen zwei Begrenzungsflächen zwischen Luft und Glas 
mehr vorhanden sind, so sind hier die durch Reflexion 
herbeigeführten Lichtverluste größer, als bei dem zwei¬ 
fachen. Aus letzterem Grunde empfiehlt es sich auch 
nicht, über die Zahl von drei Linsen hinauszugehen. 
Das System von kürzerer Brennweite — mag dasselbe 
aus zwei oder drei Linsen bestehen — hat bei gleichem 
Brechungsindex des Glases größere Glasdicke als das 
entsprechende System längerer Brennweite, und infolge¬ 
dessen auch stärkere Lichtabsorption. Letztere beträgt 
bei den für Kondensoren der Regel nach angewendeten 
Glassorten etwa 6 °/0 auf jeden Centimeter Glasdicke. 
Da die hierdurch bedingten Lichtverluste im wesent¬ 
lichen auf die Mitte der Kondensoren entfallen, wo die 
Glasdicke am größten ist, so spielen sie praktisch keine 
erhebliche Rolle, weil sie einen Ausgleich zwischen der 
an sich stärker beleuchteten Mitte und der schwächer 
beleuchteten Randzone herbeiführen. 
Im Jahre 1836 konstruierte Andrew Ross einen 
dreifachen Kondensor, dessen Bauart in Fig. 13 dar¬ 
gestellt ist. Andere Formen des dreifachen Beleuchtungs- 
systemes, wie sie in den letzten Jahren vielfach benutzt wurden, sind in 
Fig. 14 abgebildet. Die Zahl der möglichen Verbindungen von drei Linsen 
ist außerordentlich groß. Die Verhältnisse liegen jedoch am günstigsten, wenn 
man den in Fig. 10 (S. 10) dargestellten Doppelkondensor als Ausgangspunkt 
Fig 
13- 
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