Bauhaus-Universität Weimar

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III. Teil. Allgemeine Regeln. 
Häufig liefern selbst die besten Apparate flaue, nicht genügend helle 
Bilder. Das hat seinen Grund in mangelnder Sauberkeit der Glaslinsen. 
Stand der Apparat längere Zeit unbenutzt, so bildet sich auf der Oberfläche 
der Linsen ein feiner Niederschlag, welcher den gerügten Übelstand herbei¬ 
führt. Es ist daher unerläßlich nötig, sämtliche Objektiv- und Kondensor¬ 
linsen mindestens einmal im Jahre gründlich zu reinigen. Zu diesem Zwecke 
müssen Objektiv und Kondensor auseinander genommen werden. Am besten 
geschieht diese Reinigung im Herbst, vor Beginn der Vorträge. 
Welche Zahl von Diapositiven ist für einen gut abgerundeten, den 
Abend füllenden Projektionsvortrag notwendig? ioo bis 120. Wir sprechen 
nicht von solchen Vorträgen, wo nur zur Erläuterung des Gesagten einige 
Bilder vorgeführt werden; hierbei sind stets die jeweiligen Verhältnisse ma߬ 
gebend. Bleibt jedoch Vorführung der Bilder die Hauptsache, so werden 
100 bis 120 Diapositive den Abend reichlich füllen, ohne den Zuschauer zu 
ermüden. Eine größere Zahl von Bildern (180 bis 200) dürfen nur Vor¬ 
tragende projizieren, welche die Sache vollständig beherrschen und besonders 
gegen das Ende hin durch zündende Worte der eintretenden Abspannung 
entgegen wirken. In einem solchen Falle muß man ab und zu eine größere 
Reihe von Bildern, bei denen tieferes Eindringen in die Einzelheiten nicht 
nötig ist, sondern die vielmehr durch ihren Gesamteindruck wirken, schnell 
vorüberziehen lassen. Freilich ist es dann nötig, daß der Vortragende mit 
demjenigen, welcher den Apparat bedient, gut eingearbeitet ist. Nichts macht 
einen kläglicheren Eindruck, als wenn derjenige, der die Bilder einsteckt, mit 
dem Vortragenden nicht gleichen Schritt halten kann und letzterer dann 
anfängt, ungeduldig zu werden. Störungen im schnellen Einstecken der 
Bilder sind zumeist auf Rechnung des Verfertigers der Bilder zu setzen: 
entweder sind die Diapositive zu dick, so daß sie sich im Schieberahmen 
festklemmen, oder sie sind nicht mit genügender Bezeichnung versehen, so 
daß verkehrtes Einstecken unausbleiblich ist. 
Die Vorschrift, jedes Bild eine bestimmte Zahl von Sekunden (45 bis 60) 
im Schieberahmen zu belassen, ist wiederholt von Theoretikern gegeben, die 
sich am grünen Tische alles zurechtlegen, ohne ins praktische Leben hinein¬ 
zugreifen. Allgemeine Vorschriften dieser Art sind unmöglich, und gleich¬ 
mäßig langes Verweilen der Bilder auf dem weißen Schirm wirkt ermüdend. 
Nicht wenige Redner lassen zuerst einen unendlich langen Vortrag vom 
Stapel, und wenn die Zuhörer dann gründlich ermattet sind, verkünden sie, 
daß sie wegen vorgerückter Zeit die mitgebrachten Bilder nur ganz flüchtig 
vorzeigen können. Wer sich die Gunst des Publikums verscherzen will, wähle 
diesen Weg. Jeder wartet ungeduldig auf das Erscheinen des ersten Bildes, 
und dem Vortrage wird keine Aufmerksamkeit geschenkt. Alles, was der 
Redner vor Beginn der eigentlichen Projektion sagte, hätte er auch sagen 
können, während die Bilder auf dem weißen Schirm stehen. 
Zweckmäßig ist es, nach jedem Auftreten eines neuen Bildes im 
Vortrag kurz zu pausieren, damit sich die Zuschauer in das Bild hineinsehen 
können.
        

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