Bauhaus-Universität Weimar

III. Teil. 
Allgemeine Regeln. 
Bei Aufstellung des Bildwerfers wird darin viel gesündigt, daß man für 
eine erhebliche Anzahl der besten Mittelplätze des Saales durch den Apparat 
die Aussicht nach dem weißen Schirm hin verdeckt. Daß man diesem Übel¬ 
stande durch Benutzung von Projektionsobjektiven mit langer Brennweite 
abhelfen kann, bemerkten wir bereits. 
Das Verdecken der Aussicht hat der Regel nach seinen Hauptgrund 
darin, daß man von der falschen Voraussetzung ausgeht, das Projektions¬ 
objektiv müsse sich in gleicher Höhe befinden, wie die Mitte des weißen 
Schirmes. Daher werden hohe, wackelige Gestelle aufgetürmt, dessen Spitze 
der Projizierende mit dem Bildwerfer erklimmt. Selbst bei geringfügigen 
Bewegungen schwankt dann das Bild auf dem weißen Schirm hin und her. 
Man kann den Apparat im Saale auf einem mäßig hohen Tisch an¬ 
bringen und ihn vorn so stark in die Höhe richten, daß das Bild mitten auf 
den Vorhang fällt. 
Wenn eine solche vorhanden, stellt man den Bildwerfer am besten auf 
einer Galerie auf, und zwar auf der Schmalseite des Saales. An der gegen¬ 
überliegenden Schmalseite findet der weiße Vorhang seinen Platz1). Bei 
dieser Anordnung sehen die Zuschauer am besten. Bringt man den Vorhang 
dagegen an der Längsseite des Saales an, so ist eine erhebliche Anzahl der 
seitlich gelegenen Plätze stets völlig unbrauchbar. 
Um die geringfügigen Übelstände, welche sich durch Schrägstellen des 
Bildwerfers ergeben, zu beseitigen, ersann man Vorrichtungen, welche be¬ 
wirken, daß bei Schrägstellung des Apparates der Bildhalter in senkrechter 
Lage verbleibt. Notwendig ist dieses Hilfsmittel nicht. Es genügt, den 
i) Wer es für unmöglich hält, daß sich bei dieser Aufstellung günstige Resultate 
erzielen lassen, möge sich in der Königl. Kriegsakademie zu Berlin vom Gegenteil 
überzeugen. Der Bildwerfer, welcher Eigentum der „Deutschen Gesellschaft von 
Freunden der Photographie“ ist, steht an der Schmalseite des großen, langgestreckten, 
sehr hohen Saales auf einer Galerie unmittelbar unter der Decke, muß also sein 
Licht schräg nach unten senden. Eine ganz leichte Neigung des Vorhanges hebt die 
hierdurch entstehenden Übelstände auf. Für die drei verschiedenen Bildformate 
(8X8 cm; 81/2XIocmi 9 X 12 cm) kommen drei auswechselbare Objektive (von 
Rodenstock, München) zur Verwendung mit 55, 60 und 65 cm Brennweite.
        

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