Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die optische Projektionskunst im Dienste der exakten Wissenschaften. Ein Lehr- und Hilfsbuch zur Unterstützung des naturwissenschaftlichen Unterrichts
Person:
Stein, Sigmund [Siegmund] Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39423/37/
Durchmesser der Zinkringe beträgt. Ausserdem ist ein massiver 
Holzcylinder von der Höhe der Zinkringe zu beschaffen, dessen Durch¬ 
messer einen Millimeter weniger als der innere Durchmesser der 
Zinkringe misst. Ist nun der untere Band des Zinkes in das Queck¬ 
silber eingetaucht, so schiebt man den Holzcylinder in den Zink- 
cylinder hinein und drückt ihn fest in das Quecksilber bis auf den 
Boden des Glasgefässes, so dass das erstere genöthigt ist, bis 
über den oberen Band des Zinkcylinders zu steigen und den¬ 
selben demnach auf seiner ganzen Oberfläche zu bespülen, mithin 
zu amalgamiren. 
Eine weitere Methode des Amalgamirens besteht darin, dass der in Säure 
gereinigte Zinkeylinder in eine salzsaure Queeksilberlösung getaucht wird. Die 
Anfertigung dieser Lösung ist eine sehr schwierige und unangenehme. Das Prä¬ 
parat wird auf folgende Weise dargestellt: Man nimmt 200 Gramm metallisches 
Quecksilber in einen steinernen Topf und setzt demselben ein Kilo chemisch reiner 
Salzsäure zu. Hierauf giesst man so lange chemisch reine Salpetersäure bei, 
bis sieh die ganze Quecksilbermasse in Queeksilberoxyd verwandelt hat; alsdann 
wird diesem Gemische ein Kilo destillirtes Wasser zugegossen und das Ganze 
etwa eine Stunde lang in einem Gasabzugofen bis zur vollkommenen Lösung des 
Quecksilbers gekocht; eine derartige Operation kann nur in chemischen Labora¬ 
torien vorg.enommen werden. Einfacher, aber verhältnissmässig viel theurer ist 
es, schwefelsaures oder salzsaures Queeksilberoxyd aus einer chemischen Fabrik 
fertig zu beziehen, solches im Verhältnis von 500 Gramm Quecksilbersalz auf 
2 Liter Flüssigkeit (verdünnte Schwefelsäure oder verdünnte Salzsäure: 1 : 4) auf 
zulösen und in diese Lösung die Zinkeylinder je eine Minute lang zum Behufe 
der Amalgamation einzutauchen. 
Die Kontaktstellen der Klemmen Bunsen'scher Elemente müssen 
täglich bei dem Zusammensetzen und Auseinandernehmen der Batterie 
blank geputzt und zwar entweder mittels einer rauhen Feile auf 
mechanischem oder mittels verdünnter Säure auf chemischem Wege 
gereinigt werden. 
Die zu Bunsen’schen Elementen geeignete Schwefelsäuremischung 
besteht aus 8 Gewichtstheilen chemisch reiner Schwefelsäure zu 
100 Theilen Wasser; die Lösung kann man 2 bis 3 Mal gebrauchen, 
während dagegen die Salpetersäure konzentrirt anzuwenden ist. Ein 
richtiges gleichmässiges Konzentrations-Verhältniss der Säuren (ver¬ 
dünnte Schwefelsäure von 8° Beaumé und konzentrirte Salpetersäure 
von 37—40° Beaumé) liefert die geeignetste Zusammensetzung zur 
Erzielung eines möglichst starken Quantitätsstroms. Ich setze zu 
diesem Behufe in einem grossen Topfe einen Vorrath von verdünnter 
Schwefelsäure an, welchen ich mittels eines Araeometers kontrolire. 
Ein gleiches geschieht mit der Salpetersäure.
        

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