Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die optische Projektionskunst im Dienste der exakten Wissenschaften. Ein Lehr- und Hilfsbuch zur Unterstützung des naturwissenschaftlichen Unterrichts
Person:
Stein, Sigmund [Siegmund] Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39423/13/
Berechnung der Fokaldistanz und des Bildabstandes. 
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bewegliche Objektiv, dessen Linsen vor Allem so geordnet sein müssen, 
dass sie ein genügend beleuchtetes Glasbild oder ein anderes durch¬ 
sichtiges Objekt in hinreichender Grösse auf die weisse Wand des 
Auditoriums zu werfen vermögen. Ein für den Projektionsapparat 
geeignetes Objektiv muss bei genügender Bildschärfe frei von Ver¬ 
zeichnung und vollkommen achromatisch sein, d. h. es muss die 
Eigenschaften eines guten photographischen Porträtobjektivs besitzen. 
Gute photographische Objektive sind heutzutage um so äusserst 
billigen Preis zu haben, dass solche einen Projektionsapparat niemals 
erheblich vertheuern und die früher üblichen röhrenförmigen Linsen¬ 
kombinationen der Laterna magica überall verdrängt haben. Zudem 
sind derartige Objektive noch nebenbei zu photographischen Auf¬ 
nahmen geeignet, erfüllen demnach einen doppelten, der Projektions¬ 
kunst dienenden Zweck. Bei Wahl der Objektive für Projektions¬ 
apparate ist darauf zu achten, ob der Apparat hinter einer durch¬ 
sichtigen Projektionswand steht -und demnach nahe an dieselbe 
gerückt wird oder ob man über die Köpfe der Zuschauer hinweg auf 
eine gegenüberliegende Wand die Bilder aufzuwerfen hat. Für den 
erstgenannten Fall sind Objektive von kürzerer, für den letzteren Fall 
von bedeutenderer Brennweite zu wählen. Bei den verschiedenen Pro¬ 
jektionslaternen wechselt der Fokus zwischen 18, 22 und 25 cm. 
Das Doppelobjektiv muss in eine leicht bewegliche Eöhre eingelassen 
sein, um je nach der Entfernung der weissen Wand von dem Apparate 
und je nach der gewünschten Grösse der Bilder die Objektivlinsen 
der Lichtquelle nähern oder von derselben entfernen zu können. Es 
lassen sich bestimmte Formeln angeben, nach welchen sich, ohne 
viel zu experimontiren oder zu probiren, immer die richtigen Ver¬ 
hältnisse bei einer jeweiligen Bildgebung a priori feststellen lassen. 
Nehmen wir z. B. an : 
die Grösse des beleuchteten Glas-Original-Bildes sei = m cm, 
der Fokus des Objektivs........= f „ 
die Entfernung der Projektionslaterne von der 
weissen Wand...........= x „ 
der Durchmesser des auf die weisse Wand pro- 
jizirten Bildes...........= y » 
so würden sich für die jeweiligen Grössenverhältnisse der Entfernungen 
oder der Bilder folgende Formeln ergeben: 
f 
j ■ m 
y
        

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