Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die optische Projektionskunst im Dienste der exakten Wissenschaften. Ein Lehr- und Hilfsbuch zur Unterstützung des naturwissenschaftlichen Unterrichts
Person:
Stein, Sigmund [Siegmund] Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39423/129/
Die Mechanik der Körperbewegungen. 
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kulirenden Stäbchen m versehenes Knöpfchen auf einer auf den Puls 
drückenden Feder ruht. Jede Pulsbewegung hebt und senkt das 
Stäbchen m und demgemäss die Membrane der Kapsel a. Durch 
Heben und Senken der letzteren wird die Luft in der Kapsel ver¬ 
dünnt bezw. verdichtet und demgemäss entsteht auch in der Kapsel 
an dem Apparate B, da solche mit der Kapsel a durch einen Gummi- 
schlauch verbunden ist, die analoge Verdünnung oder Verdichtung 
der eingeschlossenen Luft. Hier drückt die Luft die Membrane der 
Kapsel nach oben bezw. zieht solche nach unten, wodurch ganz 
genau die Bewegungsphasen in a auf den Hebel fg übertragen 
werden. Das in D abgebildete Ventil wird bei dem Gebrauche an 
eine bestimmte Stelle des Gummischlauches befestigt, um Druck¬ 
differenzen, wenn nöthig, auszugleichen. Näheres über diesen äusserst 
sinnreichen und zu den verschiedensten transmittirenden Experimenten 
brauchbaren Apparat findet sich in dem Werke des Verfassers „Das 
Licht im Dienste wissenschaftlicher Forschung“, Bd. I, S. 343—353. 
Der gesammte Apparat B wird in den Projektionsapparat ge¬ 
stellt und gleichzeitig eine schwarz berusste Glasplatte, welche durch 
Uhrfederkraft in einer bestimmten Zeiteinheit vorbeigeschoben wird, so 
an den Stift g gebracht, dass derselbe seine auf- und abgehende 
Bewegung in Kurvenform auf die Glasplatte schreibt. Da das Licht 
nur an denjenigen Stellen hindurch kann, wo der Schreibstift fg den 
Euss in Kurvenform ausgekratzt hat, so sieht man auf der weissen 
Wand auf schwarzem Grunde die Kurven hell leuchtend in statu 
naseenti erscheinen. Ein gleiches kann auch mit dem Apparate in 
Fig. 155, nach Abschrauben des Iinöpfchens f geschehen. 
Die Seite 87 schon erwähnten Marey’schen, in Bewegung auf¬ 
genommenen Figuren lassen sich auch zur Demonstration der 
Mechanik der Bewegungen benutzen und gehört der Hinweis auf deren 
Verwendung in der Projektionskunst ebenfalls an diese Stelle. Pro¬ 
fessor Dr. Eder in Wien hat in seinem ausgezeichneten und einzig 
dastehenden Buche „Die Momentphotographie in ihrer Anwendung 
auf Kunst und Wissenschaft“ aus photographirten Strassenbildern 
Typen in Bewegung befindlicher Personen herausgesucht und als 
Silhouetten gezeichnet, deren projektionsmässige Vorführung nicht 
nur viele Unterhaltung gewährt, sondern auch, wenn die Bilder in 
Lebensgrösse auf der weissen Wand erscheinen, in ganz vortrefflicher 
Weise auf den Charakter der betreffenden, während der stattgehabten 
photographischen Aufnahme sich unbeobachtet glaubenden Menschen 
zu schliessen verstattet. So dürfte es Jedermann klar sein, dass
        

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