Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrsätze aus der Physiologie des Menschen: zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Prochaska, Georg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39357/326/
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termund ein, feine Scheitelbeine fchieben fich über¬ 
einander , die Haut fchwellt vom Drucke über den- 
feiben an, und es fliefsc etwas Blut mit Schleim un¬ 
termengt aus der Scham heraus. Darauf folgen hef¬ 
tige und erfchütternde Wehen , wodurch der ganze 
Kopf diirch den Muttermund in die Mutterfcheide be¬ 
fördert wird. Nün befindet fich der Kopf in der 
Beckenhöhle j fein Gefleht ill gegen das Kreuzbein, 
das Hinterhaupt gegen die Schambeine, und der Schei¬ 
tel gegen den Damm oder das Mittelfleifch gerich. 
tet. Es folgen nun die aüeHliühften Wehen, wo¬ 
durch der Kopf nach der Krümmung des Steifsbeines 
über dem fehr gefpannten Damm unter den Scham¬ 
beinen heraus befördert wird. Dem Kopfe folget 
der übrige Körper leicht nach , und diefem oft auch 
die bereits abgelöfte Nachgeburt, oder fie wird durch 
eine nachfolgende Wehe abgetrieben. 
§• 9.19. 
Indem als der abgelöfte Mutterkuchen mit den 
Häuten unter dem Nahmen der Nachgeburt abgeht, 
ergiefst fich ein häufiges Blut aus den Muttervenen- 
üffnungen, welche über dem Mutterkuchen waren 
(§•901.), und aus den abgerifienen Arterien (§.893.)» 
welche fich von der Gebahrmutter in den Mutterku¬ 
chen verlängert hatten. Diel'es Bluten vermindert 
fich nach und nach , nachdem fich die Gebährmutter 
allmählich zufammenzieht, welches Zufammenziehen 
von den fogenannten Nachwehen begleitet wird. Nach 
drey oder vier Tagen ill es meiftens nur eine dem 
f
        

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