Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrsätze aus der Physiologie des Menschen: zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Prochaska, Georg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39357/138/
Speife wird uns endlich zum Eckel, weil der Ner- 
venkraft die Monotonie der Reize zuwider ift ; und 
im Gegentheile eiu immerwährend neuer und lebhaf¬ 
ter Reiz fie abnützet, ermüdet und erfchöpft 
1970" Es iß daher bey dem Genufse der Nahrung 
eben fo, wie bey andern Empfindungen , eine mäf- 
sige Abwechslung uothwendig , für welche lieh kei¬ 
ne gewifse Regel befiimmen läfst, fondera der na¬ 
türliche reine und unverdorbene Inftinct , der¬ 
ails der Befchaffenheit unferer Gefundheitsumftände, 
aus der Gewohnheit, und daher aus der fpecififcheti 
Nervenftimmung (§. 205.) fliefset, kann uns in der 
Wahl der Nahrung am bellen leiten. 
§• 657- 
Es ift eine alte Erfahrung, dafs uns die Pflan- 
zenfpeifen überhaupt genommen fchwächer nähren, 
und weniger Stärke geben, als das Fleifch, und dafs 
die Fifche das Mittel zwifchen beyden ausmachen. 
Zum Beweife deflen führet man den Muth und die 
Grimmigkeit der fleifchfrellenden Thiere , und im 
Gegentheile die verhältnifsmäfsige Schwäche und 
Furchtfamkeit der meiften grasfreflenden an. Einige 
wollen diefen Unterfchied auch an Menfchen bemerket 
haben, nachdem fie nur mit Fleifch oder nur mit 
Pflanzen genähret worden find. Auf diefer Beobach¬ 
tung fcheint auch das Gefetz des Faftens und des 
Abbruchs am Fleifche zu beruhen. Die Urfache die¬ 
fer Beobachtung kann aus der Verfchiedenheit der 
Pflanzen- und thierifchen Subftanzen angegeben wer»
        

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