Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrsätze aus der Physiologie des Menschen: zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Prochaska, Georg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39357/127/
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Ikannf, diefe Zeit und diefes Mafs nicht kennen, und 
folglich der Natur Genüge zu leiden leicht verfäu- 
men konnten , fo gab ihnen der Schöpfer zwey ver- 
fc'eed ne Gefühle, die üe daran erinnern, und diefe 
find aer Hunger und der Dürft. Wenn diefe Ge¬ 
fühle fich ei »finden, ift es Zeit zu elfen und zu trin¬ 
ke > ; die Befriedigung derfelben wird mit einer fiif- 
rcü Wolluft belohnt, und das Ende davon zeigt an, 
d-fis a es Genufses genug fey, wer diefes Ziel über- 
f 1 et, wird mit Eckel und den übrigen Folgen 
der ueberiadung beftrafet. 
§t 640. 
Der Hunger rufet im Anfänge nur fanft um Be¬ 
friedigung , wird fi * ihm nicht gewähret, fo wächft 
er zu dem grö'Lten Schmerz aller Schmerzen an, der 
uns nüthiget, nicht nur Nahrung zu nehmen, fon- 
d -r fie auch auf die mühefamfte Art zu erwerben, 
und was noch mehr ift, er zwingt alle unnatürlichen 
Nahrungsmittel zu verfuchen ; auch hat man Beyfpie- 
le, dafs Hunger alle Bande der Frenndfchaft und Lie¬ 
be zerrifTeu , dafs man durch ihn angetriebe» an 
Freunde , an Kinder und an fich felbft Hand ange¬ 
legt habe. 
§. 64t. 
Das Gefühl des Hungers findet fich beym er- 
wachfenen gefunden Menfchen längftens in 12 Stun¬ 
den nach dem Elfen wieder ein; bey Kindern noch
        

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