Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrsätze aus der Physiologie des Menschen: zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Erster Band
Person:
Prochaska, Georg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39356/224/
haben, dafs die Mwkelfafefn unferer Muskeln auch 
nicht nothwendig für ihre Reizbarkeit find, und dafs 
die Theorie der Muskelbewegung, die auf die ana~ 
tomifche Structur eines Muskels gebaut ifi, über den 
Haufen falien raüfse. Wenn diefe Art zn i'chüefsen 
richtig wäre , fo fiele nicht nur die Theorie der Mus¬ 
kelbewegung , foridern unfere ganze Phyfiologie über 
den Haufen : denn der Blafewurtn empfindet auf fei¬ 
ne Art, und Wir fehen doch keine Nerven an ihm, 
folglich wäre unfere Theorie , dafs unfer Nervenfy- 
ftern das nothwetiJäge Organ zu unferen Empfindun¬ 
gen le3r, auch falfch. Der Blafewurni lebet ohne zu 
athmen , ohne ein Herz und ohne einen Kreislauf des 
Blutes zu haben j fällt von darum unfere Theorie, 
dafs unfer Leben ohne diele Verrichtungen nicht 
feyn kann, auch über den Haufen? Die Natur hat 
einen Reichthum von Mitteln , womit fie den nämli¬ 
chen Endzweck erreichen kann. Die Pflanzen und 
Thiere generiïeh ihres gleichen, aber wie viel Arten 
zu generiren gibt es nicht fowohl bey Pflanzen als bey 
Thieren ? So ifi das Leben verfchiedener Pflanzen und 
Thiere fehr verfchieden , und beruhet auf verfchie- 
deneri Gründen, warum foil die Natur überall auf 
ebendiefelbe Organe gebunden feyn, um eine Em¬ 
pfindlichkeit oder Reizbarkeit hervorzubringen ? Aus 
aller der Erfahrung, die wir über die Reizbarkeit der 
thierifchen und Pflanzentheile haben , können wir 
meines Erachtens nichts anderes fchliefsen, als dafs 
die Reizbarkeit unferer Muskeln von der ihnen eige¬ 
nen Organifation komme , fo wie die Verrichtungen 
anderer Theile unfers Körpers die Wirkungen ihrer 
Os
        

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