Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrsätze aus der Physiologie des Menschen: zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Erster Band
Person:
Prochaska, Georg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39356/157/
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S- 236, 
Wenn nun auf die fo eingerichteten Gefühl- 
Wärzchen ( §. 233.) der Gefühlgegenfvand sngJcgr, 
nngedrücket oder angerieben wird, empfangen 2 
Nerven den Eindruck der Körper und pikr- 
ben bis ins Gehirn hin, worauf das Gefühl erfolg-:-. 
Wir fühlen zwar nicht im Gehirne, londern in am 
berührten Nerven , doch ift das Gehirn dazu unum¬ 
gänglich nothwendig, weil der vom Gehirne getrenn¬ 
te Nerve das Vermögen zu fühlen, das ift das Ge¬ 
fühl mit Bewulstfeyn, verliert, 
§* -37. 
Von der Mehrheit der Berührnngspuncte, von 
der Stärke, Wiederholung und Neuheit der Eindrü¬ 
cke nach ( §. 137.)? von der hoher geflammten Ner- 
venkraft ( §. 190.) , von der fpecififclien Nerven- 
hraft (§. 202.), und von Aufmerkfamkdt der Seele 
nebft dem unverletzten Baue des Gefühlorgans hängt 
ein flärkeres und deutlicheres Gefühl ab. Auch ift 
es wahrfcheinlich , dafs durch die Aufmerkfamkeit 
der Seele, wie auch durch den Reiz der Berührung 
in den Gefäfsen der Gefühlwärzchen nach (§. 211,) 
eine Anhäufung der Säfte gefchieht, wodurch die 
Gefühlwärzchen mehr aufgerichtet, ihre Nerven mehr 
zur Empfindung gefpannt werden, und folglich ein 
deutlicheres Gefühl erfolget, welches der Fall be- 
fonders bey Blinden zu feyn fcheint, die den Man¬ 
gel des Gefichts fich mit einem geübteren Gefühle
        

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