Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrsätze aus der Physiologie des Menschen: zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Erster Band
Person:
Prochaska, Georg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39356/138/
kann auch im ganzen Nervenfyfteme Statt haben-, 
oder nur, was gewöhnlicher zu feyn pflegt, in ein¬ 
zelnen Theilen desfelben. Man nennet fie die fpeci- 
fifche Nervenkraft oder Reizfähigkeit. Sie ift fchon 
lange unter dem Namen Idiofincrafie bekannt, wel¬ 
che in die Sympathie und Antipathie eingetheiic wird, 
nachdem lie gegen den gewiflen Reiz eine Zu- oder 
Abneigung machet. Beyfpiele von Idiofincrafie an 
allen äufsern Sinnen findet man bey' verfchiedenen 
Schriftftellern angemerkt, und die tägliche Erfahrung 
lehret uns ihrer noch mehrere kennen. 
§• 203. 
So giebt es Leute, welche kein Blut fehen kün¬ 
den; andere können keinen Katzengeruch, Bifamge- 
ruch oder einen andern Geruch vertragen ; die Mu- 
fik, welche den Menfchen eine angenehme Empfin¬ 
dung macht, fcheint den Hunden fehl- zuwider zu 
feyn ; einige Menfchen vertragen die Bewegung ira 
Wagen nicht, befonders wenn fie zurückfitzen ; ich. 
kannte einen Mann, der von der Berührung eines 
Pfirfiches Uebelkei: bekam ; es gibt viele Menfcben, 
welche von einer oder der andern Speife eine grofse 
Abneigung haben ; bleichfüchtige Mädchen haben oft 
eine unwiderftehliche Efsluft nach Eilig, Salz, Kalk, 
Afche u. f. w. ; fchwangere Frauen bekommen ofc 
eine unwiderftehliche Efsluft nach diefer oder jener 
Speife ; desgleichen auch manche Kranke , welche 
dadurch zuweilen zu einer heilfamen Arzeney ge¬ 
leitet werden ; hieher gehöret auch die Efsluft nach
        

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