Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
480 Uebungs-Aufgaben mit Auflösungen für die Sammlungen von Apparaten zum experimentellen Studium der Physik von Meiser & Mertig
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39354/5/
Physikalisch-technische Werkstätten JKeiser & BKertig, Dresden. 5 
I. Theil. 
Galvanische Elektricität. 
Besprechung der Apparate nebst Anleitung üum 
Gebrauch der Messinstrumente. 
1. Die Elemente. 
Auf den ersten Blick wird dem Studirenden die geringe Grösse der 
gelieferten Elemente auffallen. Wir haben jedoch mit Absicht die Formen 
nicht zu gross genommen, um die Elemente handlicher zu machen. Die 
Zink-. Kupfer- und Kohlen-Elektroden sind in Plattenform geliefert worden, 
weil sie dadurch für die mannigfaltigsten Versuche am geeignetsten sind. 
Für sämmtliche Versuche sind die Elemente vollständig ausreichend. 
Bei der Benutzung galvanischer Elemente ist vor Allem auf Reinlich¬ 
keit zu halten. Die Verbindungsklemmen und die entsprechenden Ver¬ 
bindungsstellen der Elektroden müssen stets sauber geputzt sein, damit die 
Stromstärke durch den sonst entstehenden grossen Widerstand nicht unnöthig 
geschwächt wird. Die Thonzellen sind nach dem Gebrauch des Elements 
sofort in ein mit Wasser gefülltes Thon- oder Glasgefäss zu setzen und 
wenn möglich bis zu den nächsten Versuchen darin zu lassen. Geschieht 
dies nicht, so wird die Zelle in kurzer Zeit brüchig. Am handlichsten ist 
ein Waschbecken, welches zugleich das in einigen Aufgaben verlangte weite 
Gefäss vertritt. Für die Zinke genügt das Herausnehmen aus der Saure. 
Die Kohlen sind ebenfalls zu wässern, nur wenn sie im Bunsen-Element 
verwendet werden, ist es aus naheliegenden Gründen zu unterlassen. 
Für constanten Strom empfiehlt sich das Daniell-Element, für starken 
Strom das Chromsäure-Element. Die Zusammenstellung eines Bunsen-Ele- 
inentes in dauernd bewohnten Räumen ist der giftigen Gase wegen nicht 
rathsam, das Chromsäure-Element verrichtet nahezu denselben Dienst. Beim 
letzteren steht das Zink in verdünnter Schwefelsäure 1 :12 nach dem Ge¬ 
wicht, die Kohle in der Thonzelle in einer Mischung von 100 Theilen Wasser, 
12 Theilen doppelchromsaurem Kalium, 25 Theilen Schwefelsäure nach dem 
Gewichte. Für kurz dauernden starken Strom kann die Thonzelle wegfallen; 
die dann aDzuwendende Mischung setzt sich zusammen aus 340 g Kalium- 
bichromat, 925 g Schwefelsäure, 2500 g Wasser. Die hier angeführten Zahlen 
geben das günstigste Resultat, bei den gewöhnlichen Versuchen genügt ein 
annäherndes Verhältniss vollständig. Es empfiehlt sich, die Chromsaure- 
Mischung in einem Gefässe gleich im Ganzen herzustellen, dabei ist darauf 
zu achten, dass erst das Wasser und danach die Schwefelsäure einzugiessen 
ist weil andernfalls durch die auftretende Wärmeentwicklung leicht das 
Glas springt. Die Flüssigkeiten zur Füllung der Elemente werden am besten 
in Flaschen aufbewahrt nnd kurz vor dem Gebrauch mittelst Glastrichter 
aus- und nach beendetem Versuch wieder eingegossen. Wenn alle Theile 
Physikalisch-technische Werkstätten Meiser & Mertigr, Dresden.
        

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