Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
480 Uebungs-Aufgaben mit Auflösungen für die Sammlungen von Apparaten zum experimentellen Studium der Physik von Meiser & Mertig
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39354/23/
Physikalisch-technische Werkstätten Heiser & Mertig. Dresden. 23 
6. Die Probekugel. 
Die Probekugel kann ihren Zweck nur erfüllen, wenn das Hartgummi¬ 
stäbeben gut isolirt, dasselbe muss also reine, trockene Oberfläche haben und 
darf nur am unteren Ende angefasst werden. 
7. Der Motor. 
Um den Motor in Bewegung zu versetzen, verbinden wir durch zwei 
Leitungsschnuren die eine der beiden grossen Kugeln (Zuleitungskugeln) 
mit dem positiven, die andere mit dem negativen Conductor der Elektrisir- 
maschine. Bei Drehung der Maschine wird also die eine Kugel positiv, die 
andere negativ geladen. Jede Kugel wird nun die ihr am nächsten stehende 
kleine Kugel des sternförmigen Rädchens auziehen und dadurch eine Drehung 
des letzteren erzeugen. Sobald nun die angezogene kleine Kugel der an¬ 
ziehenden Kugel sehr nahe kommt, wird durch das jetzt mögliche Ueber- 
springen eines kleinen Fünkchens die kleine Kugel gleichnamig der grossen 
Kugel geladen und demzufolge von derselben abgestossen. Die kleine Kugel 
wird aber, falls die Anziehung vorher genügend stark war, nicht auf dem an¬ 
gekommenen Wege zurückgehen, sondern zunächst durch das Beharrungs¬ 
vermögen über den todten Punkt hinaus und dann durch die Abstossung in 
der ursprünglichen Bewegungsrichtung weiter getrieben. 
Dieser hier angegebene Vorgang wiederholt sich mit jeder Kugel, so 
dass eine weitere Drehung des Rädchens eintritt. Auf diese Weise nähern 
sich den Zuleitungskugeln bald entgegengesetzt geladene kleine Kugeln, 
und werden dieselben natürlich jetzt viel stärker angezogen als vorher ohne 
Ladung, so dass die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rädchens noch erheblich 
zunimmt. 
Ueher die Behandlung des Apparates sei noch Folgendes bemerkt: Wenn 
der Motor sicher wirken soll, müssen alle Kugeln gut isolirt sein, die Hart¬ 
gummistäbchen also reine, trockene Oberfläche haben. Das Rädchen kann 
durch Zurückdrehen der Kömerschraube herausgenommen werden, bei Wieder- 
einstellung der Achse achte man darauf, dass ihre Spitzen ganz leicht im 
Körner liegen. An die letzteren bringe man ab und zu einen Tropfen Oel. 
Zur Feststellung der Körnerschraube dient die Gegenmutter, welche man an 
den Ständer fest anschraubt. Durch geeignetes Richten der beiden um die 
Achse verschiebbaren Kugeln ist ein genaues Ausbalanciren des Rädchens 
möglich, -was für einen leichten Antrieb des Motors unbedingt nötkig ist. 
8. Das elektrische Flugrad. 
Der Holzstöpsel mit Spitze wird in die Oeffnung eines Conductors der 
Elektrisirmaschiue gesteckt und das Flugrad auf die Spitze gesetzt. 
9. Die Hartguininiplatte. 
Die Platte erfüllt ihren Zweck nur. wenn die Politur gut ist. Man sehe 
also darauf, dass bei dem Reiben der Oberfläche die Politur nicht beschädigt 
wird. Am besten ist es und zugleich am wirksamsten, die Platte für ge¬ 
wöhnlich mit der blossen trocknen Hand zu reiben. Hartgummi wird bei 
gar nicht zu hoher Temperatur weich, dieserhalb lege man die Hartgummi- 
platte nicht auf den warmen Ofen. 
10. Die Glasplatten. 
Die Glasplatten isoliren nur, wenn ihre Oberflächen ganz sauber geputzt 
sind, das gilt namentlich von den Randflächen. Zum Putzen eignet sich am 
besten ein Lederlappen. Es ist sehr zweckdienlich, die sauber geputzten 
Glastafeln vor dem Gebrauch auf den warmen Ofen zu stellen. 
Physikalisch-technische Werkstätten Heiser & Mertig, Dresden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.