Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
480 Uebungs-Aufgaben mit Auflösungen für die Sammlungen von Apparaten zum experimentellen Studium der Physik von Meiser & Mertig
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39354/21/
Physikalisch-technische Werkstätten Meiner & Mertig. Dresden. 21 
II. Theil. 
Influenzelektricität. 
Besprechung der Apparate und ihre Behandlung. 
1. Die Elektrisirmaschine. 
Die erste Bedingung für eine gute Leistungsfähigkeit der Elektrisir¬ 
maschine ist ein sorgfältiges Beinhalten der Glasscheibe und der beiden 
Hartgummisäulen. 
Auf jeder Glasfläche setzt sich sehr bald eine dichte, fest haftende 
Schicht feinen Staubes an, deren Bildung in unserm Falle durch die nach 
dem Gebrauch der Maschine noch lange im Glase befindliche Elektricität 
wesentlich begünstigt wird. Wenn man nun eine solche unreine Scheibe 
durch die Reibkissen gleiten lässt, reibt das Amalgam derselben jene Schicht 
ab, wird dadurch verunreinigt und für immer in seiner Wirkung ver¬ 
schlechtert. 
Will man die Scheibe gründlich reinigen, so entferne man sie vom Ge¬ 
stell und reibe sie mit Spiritus ab. (Die Scheibe kann man vom Gestell ab¬ 
nehmen, wenn man die vordere Schraube mit kugelförmigem Kopf losschraubt, 
während man die Scheibe festhält.) Für gewöhnlich genügt Abwischen mit 
Lederlappen. Letzterer ist für die Reinhaltung einer Glaspatte unbedingt 
nothwendig. 
Die Hartgummitheile reibe man öfters mit einem in Petroleum getauchten 
Lappen ab. 
Die Leistungsfähigkeit einer Elektrisirmaschine hängt aber ferner ab 
von dem Wassergehalt der sie umgebenden Luft. Dieserhalb kann man im 
Winter durchschnittlich auf eine bessere Wirkung rechnen als im Sommer. 
An besonders feuchten Tagen kann es Vorkommen, dass die Maschine nahe¬ 
zu den Dienst versagt. Hiergegen lässt sich so gut wie nichts thun. — 
Anders verhält es sich mit der Feuchtigkeitsschicht auf der Scheibe, welche 
sich durch einen Niederschlag des Wasserdampfs der Luft bildet. Derselbe 
wird herbeigeführt, wenn die Scheibe eine niedrigere Temperatur hat als die 
sie umgebende Luft. Das ist z. B. der Fall, wenn die Maschine aus einem 
kalten in ein warmes Zimmer gebracht wird. Hier empfiehlt es sich, die 
Maschine vor dem Gebrauch an den wannen Ofen zu stellen. 
Der gabelförmige Halter der Beibkissen sowie die Saugvorrichtung kann 
ohne Weiteres nach Absehrauben der kleinen Schlusskugeln herausgezogen 
werden. In letztere Kugeln ist ein konisches Loch gebohrt zur Aufnahme 
des Endstiftes einer Leitungsschnur. Bei einzelnen Versuchen empfiehlt es 
sich jedoch, die Leitungsschnur in die Oeffnung der grossen Conduktorkugel 
münden zu lassen. 
Will man die Maschine bei Seite stellen, so sind stets die Reibkissen 
abzunehmen. 
Die Reibkissen werden ohne Amalgam geliefert, ehe man also die Maschine 
benutzen kann, müssen die Kissen damit versehen werden. Zu dem Zwecke 
verreibt man einen Theil des Amalgam so fein wie möglich, fettet mit dem 
beigegebenen Stück Talg das Leder der Kissen, streicht mit dem Messer 
unter starkem Druck etwas Amalgam gleichmässig auf und reibt die beiden 
Kissen aneinander ab, es müssen dann die Kissen an allen Stellen Metall¬ 
glanz zeigen; ein schwacher Ueberzug ist am wirksamsten. 
2. Das Elektroskop. 
Das Glas des Umschliessungsgefässes ist besonders ausgesucht, so dass 
es sauber geputzt sehr gut isolirt. Die Innenwand wird aber bald mit einer 
Physikalisch-technische Werkstätten Meiser & Mertig. Dresden.
        

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