Bauhaus-Universität Weimar

kann man sich, durch Lösung der betreffenden Uebungsaufgaben überzeugen. Es ist 
unter anderem angegeben, wie man zwei Daniell-Elemente miteinander verbindet, um 
die drei elektrischen Masseinheiten : 1 Ampère, 1 Volt, 1 Ohm darzustellen. 
Die Aufgaben haben also einen wissenschaftlichen Charakter und dienen in 
erster Linie zum Privatstudium des Lehrers, wie man aus den wenigen Beispielen, die 
hier hervorgehoben sind, schliessen kann, Uebrigens macht jeder Lehrer der Physik 
die Erfahrung, dass eine Lücke besteht zwischen der Theorie, wie sie in den Vor¬ 
lesungen und in Lehrbüchern vorgetragen wird, und den Anforderungen der Schule; 
zur Ausfüllung dieser Lücke eignen sich die Uebungsaufgaben vorzugsweise. Man 
wird überrascht, zu sehen, wie viele Seiten sich der experimentellen Behandlung des 
physikalischen Unterrichts abgewinnen lassen, und zwar ganz auf elementarem Ge¬ 
biete. Es liegt dies auch darin, dass bei der Lehre von der galvanischen und Influenz- 
elektricität, und in der Akustik, soweit sie in unseren Schulen behandelt werden 
kann, die Rechnung fast ausgeschlossen ist, und gerade diese Theile der Physik, bei 
welchen das Experiment die Hauptrolle spielt, waren bis jetzt in den kleineren Real¬ 
schulen wenigstens, wo man sich häufig bloss auf Statik und Mechanik beschränkte, 
wenig berücksichtigt. 
Bei einer etwaigen Anschaffung dürfte es sich wohl zunächst um die Apparate 
für Elektricität und Galvanismus handeln. Der wichtigste Apparat in der Akustik, 
die Normal Stimmgabel, ist zwar überall vorhanden, wo Singunt erricht gegeben wird, 
allein sie ist für den Unterricht fast werthlos, wenn nicht noch das Monochord und 
die Resonanzröhre (zusammen 10 Mk.) damit verbunden werden, um wenigstens die 
Entstehung der Tonleiter und der Schallwellen erklären zu können. Von der Optik 
dürfte zunächst abgesehen werden. 
Der Hauptfeind der Ausdehnung der physikalischen Sammlungen in vielen 
Schulen ist die Knappheit der disponiblen Mittel für die Anschaffung der Apparate. 
In der Instruktion über die Behandlung des Unterrichts in den elementaren wissen¬ 
schaftlichen Fächern an gewerblichen Fortbildungsschulen (Gewerbeblatt vom 16. Ok¬ 
tober 1892) ist auch die Physik erwähnt. Wenn nun ein eigentlicher Physikunterricht 
nicht überall gegeben wird, so kann doch als Ersatz dafür beim Unterricht im 
Deutschen darauf Bezug genommen werden, was um so wünschenswerther ist, wenn 
dem Lehrer auch die nöthigen Apparate zur Erläuterung und Veranschaulichung der 
physikalischen Erscheinungen zu geböte stehen, von welchen diejenigen aus dem Ge¬ 
biete der Elektricität das meiste Interesse darbieten. Damit Hesse sich unter Um¬ 
ständen die Aufnahme der Anschaffungskosten in den Etat der Fortbildungsschule 
begründen. ... 
Vorstehende Bemerkungen über physikaHsche Apparate habe ich vor emiger 
Zeit im Anschluss an Visitationsberichte und als Ergänzung derselben in etwas ab¬ 
gekürzter Form der K. Kultministerial-Abtheilung vorgelegt und erhielt darauf 
einen Erlass, in welchem der Wunsch ausgesprochen wurde, dass die in den Berichten 
gegebenen Ausführungen im Korrespondenzblatt veröffentlicht werden, da hiedurch 
zu verschiedenen wünschenswerthen Verbesserungen in der Ausstattung der kleineren 
Realschulen der Anstoss gegeben würde. 
Reutlingen. __ Böklen, Rektor. 
Rh a den (Westfalen). 
Auf Veranlassung des Herrn Rektor Holl mann Hess ich mir für meinen 
12jährigen Sohn Ihren Experimentirkasten zur Ansicht schicken. Ich kann nur 
sagen, dass der Inhalt des Kastens mich in jeder Hinsicht ausserordentlich zufrieden 
gesteUt hat. Man ist erstaunt, für 20 Mark 23 physikaHsche Apparate zu erhalten 
und ausserdem noch ein iUustrirtes Anleitungsbuch zur Anstellung von 400 Versuchen, 
die eine gründHche Erläuterung finden. Alle diese Versuche lassen sich mit den 
Apparaten des Kastens ohne Weiteres ausführen. Die Apparate sind durchweg gut 
und sauber gearbeitet, funktioniren sicher, sodass ich sie jedermann empfehle. Ich 
glaube mir in dieser Sache ein Urtheil erlauben zu können, weü ich selbst dem 
physikalischen und chemischen Kabinet eines Gymnasiums vorgestanden habe. 
Heitz, KönigHcher Rentmeister. 
Kaiserlich Deutsches 
Konsulat Rom. 
Rom, 8. September 1801. 
Herren Meiser & Mertig, Dresden. 
Ich bestätige Ihnen mit Vergnügen, dass der vor längerer Zeit von Ihnen be¬ 
zogene Experimentirkasten ganz meinen Erwartungen entsprochen hat, und dass 
meine heranwachsenden Söhne in ihren Freistunden sich immer noch mit Vorliebe 
damit beschäftigen. Adolf von Hast Kolb. 
Saarbrücken, 12. Oktober 1894. 
Den Herren Meiser & Mertig in Dresden bestätige ich auf Verlangen gerne, 
dass die der hiesigen Anstalt gelieferte Sammlung physikalischer Apparate bei ge¬ 
ringen Preisen sich durch gefälüge Ausführung und saubere, exakte Arbeit vor- 
theühaft auszeichnet, so dass sie eine warme Empfehlung vollauf verdient. 
Dr. Leonhardt, Direktor der höh. Mädchenschule.
        

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