Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/84/
60 Ontogenese und Morphologie der Sphingiden-Zeichnung. 
Auch in der Litteratur suchte ich lange vergebens nach irgend 
welchen Angaben über das Jugendkleid dieser Raupen, fand aber 
schliesslich in einer Anmerkung der R ö s e 1 ’sehen » Insektenbelusti¬ 
gungen« eine Beobachtung Kleemann’s über die Jugendformen 
von Sphinx Ligustri, die zwar weit entfernt ist von Vollstän¬ 
digkeit , dennoch aber über einige Punkte Aufklärung gibt. 
Kleemann erhielt von einem Weibchen von Sph. Ligu s t r i 
400 befruchtete Eier. Die auskriechendenRäupchen sind »anfangs 
ganz hell gelblich grün, werden aber nach dem Genuss der frischen 
Blätter grüner « ; auch das Horn ist zuerst hellgrün und wird dann 
»dunkler«. Die Räupchen spinnen Fäden und befestigen sich 
dadurch aut dem Blatte von dem sie sich ernähren ! (meines Wis¬ 
sens noch bei keiner Sphingidenart beobachtet !). Sie häuten sich 
vier Mal ; erst nach der dritten Häutung kommt die Einfassung um 
ihren Kopf, nebst den purpurrothen Streifen, »da solche zu vor 
nu rallein weiss waren«. Die Häutungen erfolgen in Inter¬ 
vallen von je 6 Tagen und nach der vierten Häutung wachsen sie 
noch etwa zehn Tage *). 
Aus diesen kurzen Notizen lässt sich entnehmen, dass die 
Zeichnung im Stadium III. aus sieben weissen Schrägstrichen 
besteht, welche im Stadium IV. farbige Säume erhalten. Das letz¬ 
tere habe ich selbst auch öfters gesehen. 
Ueber den wichtigsten Punkt geben die Kleem ann’sehen 
Beobachtungen leider keinen Aufschluss, über das Fehlen 
oder Vorhandensein einer Subdorsallinie in den 
jüngeren Stadien. Dass er dieselbe nicht erwähnt, kann 
durchaus nicht als ein Beweis für ihr thatsächliches Fehlen ange¬ 
sehen werden, vielmehr möchte ich vermuthen, dass sie in Sta¬ 
dium I., vielleicht auch II. vorhanden ist. Jedenfalls gibt es Arten 
der Gattung Sphinx (sensu striction), welche in der Jugend eine 
Subdorsale besitzen, wie ich mit Bestimmtheit schon allein aus 
den Resten einer solchen bei den erwachsenen Raupen von S p h. 
Convolvuli schliessen zu dürfen glaube. 
Noch sicherer wird dieser Schluss, wenn man die Zeichnung 
einiger nahe verwandten Gattungen zum4Vergleich herbeizieht. 
Ohnehin dürfte die Abtrennung der Gattung Macrosila Boisd. 
V Rösel a. a. O. Bd. III. S. 26. Anmerkung.
        

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