Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/83/
Ontogenese und Morphologie der Sphingiden-Zeichnung. 59 
streif zieht von einem kleinen Schwanzhorn bis an den 
Kopf. Ausserdem aber besitzt die Raupe noch einen ungewöhnlich 
breiten, weissen, roth gesäumten Infrastigmastreif, einen 
feinen weissen Dorsalstreifen und eine feine weisse Linie zwi¬ 
schen Subdorsale und Stigmale, eine Linea suprastigmalis. 
Die Raupen der Staudinger’schen Sammlung gehören trotz 
ihrer geringen Grösse doch alle dem letzten Stadium an, wie denn 
auch der Schmetterling nicht mehr als 2,6 Cent. Flügelspannung 
hat, also zu den kleinsten der bekannten Sphingiden zählt. Die 
Art hat somit im erwachsenen Zustand eine Zeichnung, welche 
dem Jugendkleid von Oenotherae ganz nahe steht,, sie verhält 
sich zu Oenotherae, wie Deilephila Hippophaes zu D. 
Euphorbiae, nur dass hier der Abstand zwischen beiden noch 
grösser ist. G o r g o n i a d e s ist offenbar eine phyletisch ältere Art, 
was abgesehen von der Zeichnung schon aus dem Besitz eines 
Horns zu schliessen wäre. Allerdings wissen wir noch nicht, ob 
Oenotherae in frühester Jugend ein Horn besitzt; wahrschein¬ 
lich verhält es sich so, in jedem Fall aber besass die Stammform 
von Oenotherae ein solches, da die nächst verwandte Pt. Gau¬ 
rae dasselbe heute noch aufweist. 
So sehen wir also auch bei der Gattung Pterogon die Zeich¬ 
nung der Raupen mit einer Längsstreifung beginnen, gebildet 
durch die grundlegende Subdorsale, zu der dann entweder nur 
noch eine Infrastigmale, oderauch noch eine Suprastig- 
male (Gorgoniades) hinzukommt. Aus den Längsstreifen 
entwickelt sich dann durch Zerlegung derselben in Punkte oder 
kleine Felder eine Gitterzeichnung, die zuletzt (bei Oeno¬ 
therae) völlig selbstständig wird und ihre Beziehungen zu den 
Längslinien direct nicht mehr erkennen lässt. 
VI. Die Gattung Sphinx. 
Von dieser Gattung in dem von Gray aufgestellten engeren 
Sinn ist es mir trotz aller Mühe nicht möglich gewesen, auch nur 
von einer einzigen Art befruchtete Eier zu erhalten. Die Weibchen 
sind in der Gefangenschaft nicht zur Ablage ihrer Eier zu bewegen 
und man kann dieselben nur durch einen glücklichen Zufall be¬ 
kommen.
        

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