Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/74/
50 
Ontogenese und Morphologie der Sphingiden-Zeichnung. 
sie sich dadurch, dass die Schrägstreifen in der Mittellinie des 
Rückens zusammenstossen. 
Die nach abermals 3 Tagen eintretende zweite Häutung bringt 
keine erhebliche Aenderung, die feine Subdorsallinie tritt nur noch 
etwas mehr zurück. 
Auch die dritte Häutung bringt nichts wesentlich Neues. 
Sie erfolgt nach weiteren 4 Tagen. Die Schrägstreifen bleiben wie 
vorher, aber sie erhalten jetzt nach oben eine von 
der grünen Grundfarbe dunkler sich abhebende 
Gr un di rung, während die Subdorsallinie verschwindet und 
nur auf den 3 oder 4 vordem Segmenten deutlich bleibt. 
Die vierte Häutung erfolgt sieben Tage später und ver¬ 
änderte bei den von mir aufgezogenen Raupen die Zeichnung gar 
nicht. Nur kleine Färbungsunterschiede an Kopf und Horn machen 
sich bemerklich, beide werden bläulich. Es gibt indessen, wenn 
auch selten, einzelne Individuen, welche in diesem letzten Stadium 
rothe Flecken in der Umgebung der Schrägstreifen zeigen, ganz in 
derselben Weise wie bei Populi, nur dass sie bei Populi häutiger 
Vorkommen. Ich selbst habe nur einmal eine ausgewachsene Raupe 
von Ocellata gefunden, welche rostbraune Flecken über 
und unter den Schrägstreifen besass, genau so, wie Rösel*) 
eine dieser Art abgebildet hat. 
Auch in diesem Stadium bleibt indessen fast immer ein mehr 
oder weniger deutlicher Rest der Subdorsale auf den drei 
bis sechs vordersten Segmenten bestehen, als eine weissliche Linie, 
welche vom Kopf aus grade nach hinten zieht und die vordersten 
Schrägstriche schneidet (Fig. 70). 
Resultate der Entwicklungsgeschichte von Smerinthus Tiliae, 
Populi und Ocellata. 
Aus dem dürftigen Material dieser drei, offenbar nahe ver¬ 
wandten Arten lässt sich doch immerhin soviel abnehmen, dass in 
Bezug auf Zeichnung drei Entwicklungsstufen zu unterscheiden 
sind: 1) einfache (grüne) Färbung ohne Zeichnung, 
2) Subdorsalstreifen mit sieben ihn kreuzenden 
Paaren von Schrägstreifen und 3) mehr oder weniger 
*) Insekten-Belustigungen. Suppl. Tab. 38, Fig. 4.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.