Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/68/
44 
Ontogenese und Morphologie der Sphingiden-Zeichnung. 
wickelt vorhanden, ebenso bei Vespertilio, während sie bei 
Euphorbiae nur im zweiten Stadium und auch da nur als An¬ 
deutung erhalten ist. 
In der That verhält sich nun die Sache so. Unter mehreren 
Hundert erwachsenen Raupen von D a h 1 i i, welche Herr Dr. Stau- 
dinger in Sardinien sammelte, befanden sich einige, welche 
zwar nicht eine deutliche Subdorsallinie, wohl aber an Stelle der¬ 
selben einen schwachen Lichtstreif als letzte Andeutung desselben 
besassen. Eine der Raupen der Stau ding er’sehen Sammlung 
besitzt sogar eine deutliche Längslinie zwischen den geschlossenen 
Augenflecken. Bei Vespertilio kommt das Auftreten der Längs¬ 
linie im letzten Stadium noch häufiger vor, während es bei Eu¬ 
phorbiae äusserst selten ist und auch dann nur als schwache 
Andeutung erscheint. So bei einem als »Aberration« bezeichneten 
Exemplar des Hübner’schen Werkes und bei einem der Stau¬ 
ding er’schen Sammlung. 
Von Nicaea habe ich höchstens acht Exemplare gesehen, 
keines von ihnen besass eine Andeutung der längst geschwundenen 
Subdorsalstreifen. 
Es muss aber auch erwartet werden, dass irgend ein Stadium 
am leichtesten auf die pliyletische Stufe des vorher¬ 
gehenden Stadiums zurückschlägt, dass somit am häu¬ 
figsten solche Charaktere durch Rückschlag ent¬ 
stehen, welche im vorhergehenden Stadium noch 
vorhanden waren. 
Auch dieses Postulat der Theorie findet in den Thatsachen 
seine Bestätigung. Raupen, welche ausgewachsen dem sieben¬ 
ten phyleti sehen Stadium angehören, wie z.B. D. Euphorbiae, 
zeigen nicht ganz selten Variationen die dem sechsten Stadium 
entsprechen, d. h. statt zwei Reihen von Ringflecken deren nur 
eine und zwar nur die obere, zuerst auftretende. Dagegen 
kommen Rückschlagsformen auf das fünfte phyletische Stadium 
(Ringflecken mit verbindendem Subdorsalstreif) nur äusserst sel¬ 
ten vor. 
Mir sind solche bei ausgewachsenen lebenden Raupen 
von D. Euphorbiae niemals vorgekommen, wohl aber in einem 
Fall bei einer Raupe im vorletzten (vierten) Stadium der Ontoge¬ 
nese, wo aber der auffallenderweise dunkle, bräunliche Subdor-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.