Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/59/
Ontogenese und Morphologie der Sphingiden-Zeichnung. 35 
derselbe auf den ersten Blick noch keine Spur von Flecken¬ 
anlagen zu enthalten (Fig. 50). Bei genauerer Untersuchung aber 
bemerkt man an derselben Stelle, an welcher bei den übrigen 
D e il e phi la- Arten die Ringflecke stehen, kleine schwarze 
Halbbogen Uber und unter der Subdorsale, bei andern 
Exemplaren hat sich auch das Weiss der Subdorsale selbst an die¬ 
sen Stellen zu einem deutlichen Flecken erweitert, ja bei einem 
Individuum tritt die Subdorsale zurück, während helle weisse Spie¬ 
gelflecken auf ihr stehen mit obern und untern schwarzen Einfas¬ 
sungsbogen (Fig. 50 A). Die Raupe ist also grade in diesem ent¬ 
scheidenden Charakter sehr variabel und es wäre der Ansicht, dass 
dieselbe grade jetzt sich im Uebergang zu einem höheren phyleti- 
schcn Entwicklungsstadium befindet, nur die andere entgegenzu¬ 
stellen, nach welcher die Ringflecke früher stärker entwickelt waren 
und jetzt in der Rückbildung begriffen sind. Welche von beiden 
Ansichten die richtige ist, darüber kann nur die Entwicklungsge¬ 
schichte entscheiden. Für einen der zahlreichen und eifrigen rus¬ 
sischen Naturforscher dürfte die Herbeischaffung des Materials dazu 
nicht allzu schwierig sein. 
8. DeiSephila Hippophaes 
ist der einzige mir bekannte Repräsentant der fünften und älte¬ 
sten Gruppe. Bekanntlich ähnelt der Schmetterling dieser Art 
zum Verwechseln deni von D. Euphorbiae. Um so mehr muss 
es auffallen, dass die Raupen so vollständig verschieden sind. 
Die ausgewachsenen Raupen dieses wenig verbreiteten Schwär¬ 
mers sind durch verschiedne, mehr oder minder getreue Abbildungen 
in den Werken von Hübner, Boisduval und Duponchel be¬ 
kannt. Auch gibt Wilde eine Beschreibung derselben, jedoch 
wohl nach fremder Quelle. Ich will mich nicht mit der Kritik dieser 
verschiedenen Augaben aufhalten, sie sind theils richtig, theils 
ungenau , theils auch gänzlich irrthümlich ; für die Fragen, welche 
hier vor Allem in Betracht kommen, reichen sie nicht aus. Es war 
nöthig, neue Beobachtungen anzustellen. 
Ich habe im Ganzen etwa vierzig Raupen vergleichen können, 
davon 35 in lebendem Zustande. Alle diese Exemplare besassen 
ungefähr dieselbe graugrüne Grundfarbe und die meisten schienen 
genau die einfache Zeichnung zu besitzen, wie sie z. B. in der 
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