Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/51/
Ontogenese und Morphologie der Sphingiden-Zeichnung. 27 
mente erhalten (Fig. 41), und solche Individuen, welche diesen 
Charakter besitzen, erweisen sich gewöhnlich auch durch das Feh¬ 
len des zweiten Spiegels im Ringfleck als zurückgeblieben in der 
Entwicklung der Zeichnung. In Fig. 41 sind die Chagrinfleckchen, 
aus welchen sich dieser zweite Spiegel später bilden wird, schon 
deutlich etwas grösser, als die andern und auf Segment elf 
sind zwei von ihnen bereits zusammengeflossen. 
Stadium Y. 
Nach abermals vier Tagen folgt die vierte Häutung. Die Zeich¬ 
nung bleibt dieselbe, doch werden die Farben lebhafter^ dasZiegel- 
roth an Kopf, Horn, Rückenstreif und Füssen verwandelt sich in 
Feuerroth. Der vorher abwechselnd grün und gelbe Stigma-Streif 
löst sich gewöhnlich in eine Reihe rothgelber Flecke auf. 
Zehn Tage später, bei einer Länge von 8,5 Cent, hört die 
Raupe auf zu fressen und bereitet sich zur Verpuppung. 
Auch in diesem letzten Stadium ist die Variabilität der 
Färbung sehr gross. Variabel ist eigentlich jeder Charakter, 
obgleich es vorkommt, dass die Individuen ein und derselben Brut 
sehr wenig Abweichungen zeigen*). So ist die Rückenlinie 
bald schwarz, bald roth oder roth von Schwarz unterbrochen, so 
dass nur noch kleine, rothe Fleckchen bleiben. Der Kopf ist 
bald ganz roth, bald trägt er schwarze Flecken. Am Bauch 
herrscht meist Roth vor, bei Einzelnen aber ist dasselbe in Schwarz 
verwandelt. Auch die Grundfarbe schwankt, meist ist sie ein 
glänzendes Braunschwarz, zuweilen ein mattes Kohlschwarz. 
Ebenso sind die Chagrinfleckchen bald weiss, bald gelb, und auch 
die »Spiegel« der Ringflecke sind oft gelblich. 
Die interessantesten Variationen aber scheinen mir die folgen¬ 
den zu sein : 
Bei vielen Individuen vom Kaiserstuhl (Breisgau) war das 
Roth ungemein lebhaft und beschränkte sich nicht auf die gewöhn¬ 
lichen Stellen, sondern nahm ausserdem noch das Dreieck am 
*) Darauf beruht offenbar die Angabe des so überaus zuverlässigen Rö s e 1, 
dass die Raupe von Euphorbiae sehr wenig variabel sei (Insektenbelusti¬ 
gungen Bd. III. S. 36). Ich theüte früher diese Meinung, bis ich mich über¬ 
zeugte , dass diese Art an manchen Orten zwar sehr konstant, an andern aber 
sehr variabel ist. Es scheinen lokale Einflüsse die Raupe veränderlich zu machen.
        

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