Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/258/
234 Ueber die Umwandlung des mexikan. Axolotl in ein Amblystoma. 
Ich bemerke zu den vorstehenden Aufzeichnungen Fräulein 
von Chauvin’s, dass die Umwandlung in allen 5 Fällen eine 
vollständige war, nicht zu verwechseln mit der, welche alle in 
kleinen Glasgefässen gehaltenen Axolotl mit der Zeit mehr oder 
weniger eingehen. Es kommt hier nämlich häufig zu gewissen 
Abänderungen, welche auf die Amblystoma-Form abzuzielen schei¬ 
nen, ohne dass aber dieselbe erreicht würde. Bei den fünf erwach¬ 
senen Axolotl, welche ich augenblicklich besitze und von denen 
zwei mindestens 4 Jahre alt sind, sind die Kiemen alle sehr zu¬ 
sammengeschrumpft, aber Ruderschwanz und Rückenkamm sind 
unverändert. Es kann aber auch der Kamm schwinden und der 
Schwanz sich verschmälern, ohne dass deshalb von einer Umwand¬ 
lung zum Amblystoma die Rede sein könnte, wie weiter unten 
gezeigt werden soll. 
Was die Dauer der Umwandlung betrifft, so betrug sie bei den 
Axolotl’n I—IV. im Ganzen 12—14 Tage. Davon kommen vier 
auf die ersten Veränderungen, während deren das Thier noch im 
Wasser bleibt, die übrige Zeit aber auf die Vollendung der Meta¬ 
morphose auf dem Lande. Duméril gibt die Dauer der Meta¬ 
morphose auf 16 Tage an. 
Aus den mitgetheilten Versuchen scheint mir Folgendes be¬ 
sonders beachtenswerth : Die fünf Axolotl-Larven, welche 
allein in Betracht kommen können, da die andern früh starben, 
machten alle ohne Ausnahme die Metamorphose 
durch und wurden Amblystomen. Nur einer davon, No. I, 
zeigte durch anhaltendes Schwimmen an der Oberfläche, welches 
am Ende des sechsten Monats bemerkt wurde, eine entschiedene 
Hinneigung zur Metamorphose, eine Vorliebe für Lungenathmung. 
Von diesem Individuum darf deshalb wohl angenommen werden, 
dass es auch ohne künstliche Nachhülfe ans Land gekommen und 
die Umwandlung eingegangen wäre, ganz so wie dies in den etwa 
30 Fällen, welche Duméril im Ganzen beobachtet hat, der Fall war. 
Für No. II, III. und IV. dagegen ist eine solche Vermuthung 
wenig wahrscheinlich. Alle drei Larven suchten sich im tieferen 
Wasser zu halten, vermieden so lange es möglich war, die seichten 
Stellen, die sie zur blossen Lungenathmung zwangen, und gelangten 
so auch um mehr als einen Monat später erst zur Verwandlung. 
Bei No. V. vollends kann es kaum zweifelhaft erscheinen, dass
        

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