Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Descendenz-Theorie. II. Über die letzten Ursachen der Transmutationen
Person:
Weismann, August
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39350/15/
Vorwort. 
XV 
zu sein schien, welches man geneigt sein möchte, denselben 
beizulegen. 
Den besprochenen drei Abhandlungen reiht sich als 
Abschluss des Ganzen eine vierte an »Ueber die mecha¬ 
nische Auffassung der Natur.« Indem sie die Endresul¬ 
tate der vorhergeschickten Einzelforschungen zusammenfasst, 
sucht sie zugleich, dieselben durch allgemeine Erwägungen 
noch weiter zu stützen und sie schliesslich zu einer philoso¬ 
phischen Natur- und Weltauffassung zu gestalten. Manche 
möchten wohl der Ansicht sein, ich hätte das Letztere Den¬ 
jenigen überlassen können, deren Aufgabe es ist, den jedes¬ 
maligen Stand unserer Erkenntniss von den Naturvorgängen 
zu allgemeinen Vorstellungen zu gestalten: den Philoso¬ 
phen. Zwei Wahrnehmungen aber bestimmen mich, meine 
eigne Ansicht in dieser Hinsicht auszusprechen. Die eine be¬ 
steht darin, dass auch unter denjenigen Philosophen, welche 
wie Eduard von Hartmann, den Willen haben, sich auf den 
neugewonnenen Boden naturwissenschaftlicher Erkenntniss zu 
stellen, die Thatsachen häufig missverstanden oder wenig¬ 
stens nicht in ihrem wahren Werthe taxirt werden ; die zweite 
darin, dass selbst einzelne Naturforscher, wie Carl Ernst 
von Baer, jedenfalls aber sehr viele Nicht-Naturforscher sich 
misstrauisch von der vorwärtsstrebenden Forschung abwen¬ 
den, weil sie fürchten, dieselbe müsse unausbleiblich einer 
Weltanschauung zutreiben, welche ihnen a priori für unan¬ 
nehmbar gilt. Den Ersteren gegenüber wollte ich zeigen, 
dass die von Darwin inaugurirten, auch hier vertretenen 
Anschauungen von der Entwicklung der organischen Natur 
allerdings mit Recht mechanische genannt werden müssen; 
gegenüber den Zweiten, dass eine solche mechanische Auf¬ 
fassung der organischen Welt und damit der Natur überhaupt 
keineswegs blos zu einer einzigen philosophischen Natur¬ 
auffassung hinzuführen braucht, dem Materialismus, dass
        

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