Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektron: 104 Schüler-Experimente aus dem Gebiete der Elektrizität
Person:
Schulze, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39333/39/
89. Versuch. Man löse etwas schwefelsaures Chinin in einem Trink¬ 
glas voll Wasser, dem man einige Tropfen Schwefelsäure zugesetzt hat, 
auf. Die unbegrenzt haltbare Lösung ist wasserklar und fluoresziert 
prächtig blau. 
90. Versuch. Man löse etwas Magdalarot in wenig Wasser auf. Die halt¬ 
bare rote Lösung fluoresziert rot, aber in einer ganz eigenartigen Nuance. 
91. Versuch. Der schönste fluoreszierende Körper ist eine Anilinfarbe, die 
man deshalb Fluoreszein genannt hat. Man kauft es beim Drogisten 
für wenig Geld. Im festen Zustand stellt es ein rotes Pulver dar, das im 
Wasser unlöslich ist. Damit das Experiment recht brillant wird, füllt man 
einen möglichst langen Standzylinder ganz voll Wasser und bringt eine 
Radiermesserspitze voll Fluoreszein darauf. Es erfolgt zunächst nichts,, 
da, wie bereits gesagt, das Fluoreszein im Wasser unlöslich ist. Gießt man 
aber wenige Tropfen Ammoniak (Salmiakgeist) ins Wasser, so senken sich 
schöne grüne «Wolken" herab, die im durchgehenden Lichte gelb aus- 
sehen. — Jeder der es zum ersten Male sieht, ist erstaunt! 
Wer sich nicht mehrere mit fluoreszierenden Flüssigkeiten versehene 
Geißlersche Röhren kaufen will, der verschaffe sich eine solche, deren 
Mantel er selbst füllen kann. Selbstverständlich muß vor jedem Versuch 
mit einer anderen Flüssigkeit der Mantel mit reinem Wasser gründlich 
ausgespült werden. 
92. Versuch. An das Stativ hängen wir eine Geißlersche Röhre 
Fig. 62. Die eine Kette der Maschine führen wir zum Stativ¬ 
haken, die andere Kette wird in die untere Öse der Röhre 
eingehakt. Liegen beide Elektroden unmittelbar an den Unter¬ 
brechern an, so bemerkt man beim Drehen der Maschine nur 
ein ganz schwaches Leuchten in der Röhre. Die Versuche 
mit Geißlerschen Röhren müssen selbstverständlich im Dunkeln 
ausgeführt werden. 
Fig. 62. 
93. Versuch. Wir wiederholen den Versuch mit der Abänderung, 
daß wir eine Funkenstrecke einschalten. Bei jedem überspringenden Funken 
leuchtet die Röhre auf. Ist die Strecke zwischen Elektrode und Unter¬ 
brecherkugel klein, so leuchtet die Röhre in fast ununterbrochenem, mattem 
Lichte. Je größer die Unterbrechungsstrecke ist, desto stärker sind die 
Lichterscheinungen, treten aber spärlicher auf. 
94. Versuch. Wir wiederholen den 92. Versuch, ersetzen aber die Ketten 
durch einen feuchten Bindfaden. 
Die Lichterscheinung ist jetzt andauernd recht deutlich, da der feuchte 
Bindfaden zwar etwas, aber nicht gut leitet Er ersetzt deshalb in gewissem 
Grade die Funkenjtrecke, insofern er durch seinen Widerstand den beiden 
Elektrizitäten zu einer größeren Spannung verhilft. 
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