Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektron: 104 Schüler-Experimente aus dem Gebiete der Elektrizität
Person:
Schulze, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39333/20/
Um die Influenzmaschine weitesten Kreisen zugänglich zu machen, werden 
solche mit einem Scheibendurchmesser von 18, 21 und 26 cm in einfachster 
Ausführung hergestellt (Fig. 18 und 19). Die zu den Nebenapparaten führen¬ 
den Ketten hängt man an die Haken des Hartgummiquerstücks, wie aus Fig. 
18 zu ersehen ist. Da bei diesen Maschinen ein Ausschalten der Leydener 
Flaschen nicht möglich ist, müssen sie erforderlichenfalls herausgenommen 
werden. 
Fig. 18 Fig. 19. 
Eine wesentliche Verbesserung der Influenzmaschine verdanken 
wir Alfred Wehrsen. Die von ihm konstruierte und durch die Fig. 20 
dargestellte Maschine ist eine Vereinigung der alten Konstruktion mit der 
neuen. Auf letztere Rücksicht zu nehmen, hielten wir bei Abfassung dieses 
Büchleins für überflüssig, müssen aber jetzt soviel als notwendig auf dieselbe 
zurückkommen, da sonst ein Verständnis der neuesten Konstruktion nicht zu 
ermitteln ist. 
Die Töplersche, resp. Holtzsche Maschine hatte ursprünglich zwei Glas¬ 
scheiben, eine größere hintere — an der Kurbelseite —, welche feststand, und 
eine kleinere drehbare. Aus der festen Scheibe waren diametral gegenüber 
zwei etwa elliptische Stücke herausgeschnitten. Ober, resp. unter diesen Aus¬ 
schnitten befand sich auf der Rückseite der Scheibe, also da, wo die Kurbel 
ist, je eine Papierbelegung mit einem zugespitzten „Lappen", dessen Spitze 
in den Ausschnitt hineinragte. 
Um die Maschine in Gang zu setzen, hielt man an diese Papierbelege 
irgend einen durch Reiben elektrisch gemachten Körper, in der Regel eine 
Hartgummischeibe, und drehte dabei die bewegliche Scheibe. Später durch¬ 
brach man die feste Scheibe nicht, behielt aber die Papierbelege in ihrer ur¬ 
sprünglichen Form bei, und durch Metallbürsten, die diese Belege berührten, 
erhielt man sich selbst erregende Maschinen. 
— 20 —
        

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