Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektron: 104 Schüler-Experimente aus dem Gebiete der Elektrizität
Person:
Schulze, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39333/16/
Umgebung. Die negative Elektrizität derselben strömt durch jeden Elektrizitäts¬ 
leiter herzu und sammelt sich auf der äußeren Belegung. Faßt man diese nun 
mit der einen Hand an und berührt mit der anderen den Stab, so geben wir 
den beiden Elektrizitäten Gelegenheit, sich miteinander zu verbinden, und zum 
Dank dafür erhalten wir einen mehr oder weniger kräftigen Schlag. Je größer 
eine Flasche ist, desto mehr Elektrizität kann sie aufnehmen, und wer eine 
solche noch nicht durch seinen Körper entladen hat, mag zuerst aus einem 
Elektrophor oder aus der Influenzmaschine sechs Funken überspringen lassen, 
er wird dann bald herausfinden, welche Ladung er vertragen kann. Wird 
eine Flasche von mehreren Personen zu gleicher Zeit entladen, so kann ihre 
Ladung schon bedeutend stärker sein. Ist sie aber zu stark, was man sehr 
bald beurteilen lernt, so bedient man sich zur Entladung des Entladers 
Fig. 11. Man faßt denselben an dem 
Glas- oder Kautschukstabe an und hält die eine 
Kugel des Messingbügels an die äußere Be¬ 
legung und die andere an die innere. 
Betrachten wir nun die Influenzmaschine, 
wie sie heute im Gebrauch ist. Sie besitzt zwei 
gleichgroße Hartgummischeiben, die einige Milli¬ 
meter voneinander entfernt sind und sich in 
entgegengesetzter Richtung drehen. Zu diesem 
Zweck ist der Treibriemen der vorderen 
Scheibe gekreuzt. Die äußeren Seiten der Schei¬ 
ben tragen je einen Kranz von Stanniolbelegen. 
Auf jedem Kranze schleifen zwei Metallbüschel, die 
sogenannten Bürsten, welche an einem Metallarm, dem Ausgleichkonduktor, 
befestigt sind. Diese beiden Ausgleichkonduktoren werden von den Lager¬ 
säulen getragen und sind gegen die Drehrichtung der zugehörigen Scheiben 
so zu stellen, daß sie mit der Senkrechten einen Winkel von ca. 30° bilden. 
Man findet jedoch die beste Einstellung sehr bald heraus. 
An manchen Maschinen rotieren die Scheiben zwischen zwei Gabeln, 
welche die sogenannten Saugbleche oder Saugspitzen tragen. Diese dürfen 
die Scheiben auf keinen Fall berühren, da sonst die Belege zerkratzt werden 
würden. Bei anderen Maschinen enden die Gabeln in einer Spitze auf der 
Rückseite der hinteren Scheibe, und bei noch anderen fehlen die Gabeln 
überhaupt, und die sogenannte Saugwirkung wird von Bürsten übernommen. 
Die Wirkungsweise der Influenzmaschine ist bereits oben zur Genüge 
erläutert worden, aber wir wollen uns doch die neueste Form daraufhin noch 
einmal ansehen. Wie schon erwähnt, bildet auch bei diesen Maschinen die 
Reibung den Ausgangspunkt, und wenn nicht schon irgend ein Stanniol¬ 
blättchen aus irgend einem Grunde elektrisch geworden ist, so geschieht das 
beim Drehen der Scheiben durch die Reibung an den Bürsten. 
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