Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Einfluß verschiedener Temperaturen auf die Fermente und die Regeneration fermentativer Eigenschaften
Person:
Gramenitzki, M. J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39266/14/
P< r Einfluß verschiedener Temperaturen nuf die Fermente usw. 299 
Die Maltinlösung hellt nach einem gewissen Zeitabschnitt 
eine Stärkelösung auf, auch nach 10 Minuten langer Erwär¬ 
mung im Wasserbade mit der Stärke zusammen, also wird 
die letztere in einen löslichen Zustand übergeführt, Zucker 
wird jedoch dabei gar nicht gebildet: mit anderen Worten 
also ist die Amylase noch wirksam, während die Wir¬ 
kung der Amylomaltase schon zerstört ist. 
Die Beständigkeit» der Amylase des Maltins wird 
bedingt durch den rückgängigen Prozeß der Degene¬ 
ration der fermentativen Eigenschaften. 
Amylomaltase des Maltins, Invertin der Takadiastase und 
das amylolytische Ferment des Pankreatins verlieren scheinbar 
ihre fermentativen Eigenschaften schon für immer bei einer 
Temperatur bis zu 100° C:; doch bei etwas niedrigeren Tem¬ 
peraturen läßt es sich schon beweisen, daß diese Fermente, 
wenn auch in schwachem Maße, zur Degeneration fähig sind. 
Was die Art der Wirkung der Fermente betrifft, so ist 
dieselbe zurzeit noch recht rätselhaft, ebenso wie die Wirkung 
aller Katalysatoren überhaupt. Am ehesten können wir uns 
die Fermente oder genauer die Gruppen, welche die Fermen¬ 
tation vollführen, als Seitenketten eines gemeinsamen Kerns, 
eines gemeinsamen Moleküls vorstellen, analog den »Seiten¬ 
ketten' der Zelle in der Theorie Ehrlichs. Es kann mehrere 
solcher Seitenketten geben und ihr Charakter kann verschieden 
sein, je nach den chemischen Keaktionen, die sie bewirken. 
Die Voraussetzung von verschiedenen Seitenketten bei 
ein und demselben Grundbestandteil der Fermente findet darin 
ihre Bestätigung, daß wir imstande sind, einige der fermen¬ 
tativen Eigenschaften zu zerstören, während andere erhalten 
bleiben können. Nehmen wir z. B. eine Takadiastaselösung 
und erwärmen sie bis zu 70° C., so werden die katalytischen 
Eigenschaften zerstört, doch bleiben die invertierenden und 
diastatischen erhalten: erwärmen wir die Lösung weiter bis 
zu 100° C., so werden auch, die invertierenden und diastati¬ 
schen Eigenschaften zerstört, aber mit dem Unterschiede, daß 
die cMastatischen sich regenerieren können, die invertierenden 
aber nicht. Nehmen wir eine Lösung von Maltin und erwärmen 
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