Bauhaus-Universität Weimar

10 
Robert Lack. 
z. B. des Nachtigallenschlags im trillo und gruppo Caeeinis, 
der ribattuta bei Dario Castello), verschiedener Yogelstimmen 
in Haydns, Beethovens (Pastoralsymphonie, Sonaten op. 106 
und 110 mit Finken-, bezw. Nachtigallenschlag!) und der 
Romantiker Werken (Löwe, Weber — Waldkauz in der Wolfs¬ 
schluchtszene des ,Freischütz1 —, Schumann — ,Vogel als 
Prophet1 in den ,Waldszenen1 —, Wagner — ,Waldweben1 im 
,Siegfried1) u. dgl., sowie wohl auch die in früheren Jahrhun¬ 
derten (speziell 17. und 18.) so überaus beliebte Echomanier 
wäre in diesem Zusammenhänge zu nennen. So zeigt uns denn 
schon dieser vorläufige Überblick, daß sich für die Beant¬ 
wortung der oben aufgeworfenen Vorfrage keinerlei Indizien 
gegen die Übertragung des aus der Betrachtung des kunst- 
historischen Tatsachenmaterials gewonnenen systematischen 
Gradnetzes auf das der musikwissenschaftlichen Forschung er¬ 
geben. So können wir es denn wagen, wenigstens in den ober¬ 
flächlichsten und flüchtigsten Umrissen die Hauptgruppen der 
musikalischen Formenelemente und Konstruktionsprinzipien 
in ihrem Verhältnisse zu den analogen der bildenden Kunst zu 
überblicken und die gegenseitigen Beziehungen der ersteren 
zu den letzteren wenigstens kursorisch ins Auge zu fassen. 
Wir haben vorhin bei der Erwähnung des materialtech¬ 
nischen Problems gesehen, wie dem Moment der Farbe, bezw. 
des Materials der Malerei (bezw. bildenden Kunst) das tonale 
Moment in der Musik entspricht. Diese Korrespondenz von 
Farbe und Ton gelangt nun in psychologischer Hinsicht in 
ungemein interessanter Weise zum Ausdruck in dem be¬ 
kannten Phänomen des Farbenhörens: der audition colorée, 
demzufolge bekanntlich bei den mit dieser Veranlagung be¬ 
hafteten Individuen die Vorstellung oder die unmittelbare 
Empfindung eines bestimmten Tones die assoziative Vor¬ 
stellung einer ganz bestimmten, nur diesem Tone allein korre¬ 
spondierenden Farbe auslöst und umgekehrt. Es ist nun aller¬ 
dings infolge des in der überwältigenden Mehrzahl der beob¬ 
achteten Fälle nachzuweisenden gänzlichen Mangels an Über¬ 
einstimmung und Einheitlichkeit dieses Vorgangs — der eine 
Beobachter empfindet z. B. als rot einen Ton, von dem der 
andere Beobachter den Eindruck der grünen oder blauen 
Farbe hat — wohl als ausgeschlossen zu betrachten, daß dieser
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.