Bauhaus-Universität Weimar

ÜBER EINEN AprARAT ZUR MESSUNG SEHR KLEINER ZEITRÄUME. 63 
Wurden diese letzteren Messungen mit Rücksicht auf den ge¬ 
fundenen Unterschied der Hubzeiten corrigirt, so ergab sich 
in der angedeuteten Versuchsreihe ein Zeitunterschied von 
0,003432 Sec. 
Um den Einfluss des zu frühen Eintauchens bei den frühe¬ 
ren Versuchen auszuscheiden, wird es also hinreichen, die 
Hälfte der vorstehenden Angabe von dem oben erhaltenen Werthe 
0,1531 Sec. abzuziehen, so dass mithin genauer die Zeit, welche 
in der obigen Versuchsreihe für mich im Mittel nöthig war, um 
nach dem Anlangen des Schalles an mein Ohr eine Bewegung mit 
der Hand auszuführen, 0,1514 Sec. betrug. 
Mit dem vorstehenden Werthe stimmen die Mittel anderer 
Versuchsreihen nahe überein; so gab z. B. eine % Jahr früher 
ausgeführte Versuchsreihe nach Anbringung der nölhigen Cor- 
rectionen für die Entfernung des Ohres von der Erzeugungs¬ 
stelle des Schalles und des etwas zu frühen Eintauchens der 
Platinspitze den Werth 0,1452 Sec. Von zwei ein Jahr zuvor 
an demselben Nachmittage ausgefübrten Versuchsreihen lieferte 
die eine den Werth 0,1503 und die andere den Werth 0,1551 Sec. 
Das Mittel aus allen 4 Messungen beträgt 0,1505 Sec. Die 
Abweichungen der zu sehr verschiedenen Zeiten gefundenen ein¬ 
zelnen Werthe vom Mittel erreichen, wie man sieht, nicht 0,01 Sec. 
Bei den vorstehenden Beobachtungen war der erzeugte 
Schlag kurz, scharf und ziemlich laut. Verliert er diese Eigen¬ 
schaften, so wird die Zwischenzeit, in welcher ich mit der Hand 
die Druckbewegung auszuführen vermag, im Mittel je nach den 
Umständen 0,01 bis 0,03 Sec. grösser. 
Eine solche Vergrösserung trat z. B. ein, als ich den Ham¬ 
mer, um das Zurückspringen zu vermeiden, auf einen Wachs¬ 
klumpen fallen liess*) ; oder, wie wir später sehen werden, als 
der Schall durch Entfernung von seinem Entstehungsorte ge¬ 
schwächt wurde. 
In Versuchsreihen, bei welchen mehrere meiner an Ausfüh¬ 
rung von Versuchen gewöhnten Bekannten den Hebel des Ta¬ 
sters nach Wahrnehmung des Falles des Hammers niederdrück- 
ten, erhielt ich etwas grössere Zahlen als meine eigenen Bewe- 
*) Bei dem Geräusche der zum Betriebe der Scheibe uud des Papier¬ 
streifens im Registrirapparate dienenden Räderwerke, so wie bei den Se- 
cundenschlägen des einen Elektromagnets in letzterem hatte man Mühe 
den Fall des Hammers auf das Wachs zu hören.
        

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