Bauhaus-Universität Weimar

ÜBER EINEN APPARAT ZUR MESSUNG SEHR KLEINER ZEITRÄUME. 61 
und Übung innerhalb einer Schwankung von noch nicht 0,02 
Sec. auf das Hören eines scharfen, kurzen Schlages oder Tones 
ein Zeichen mit der Hand (durch Druck) zu geben vermag. 
Bestimmung derZeit, welche zwischen der Ent¬ 
stehung eines Tones und einem infolge der Wahr¬ 
nehmung desselben mittelst der Hand ausgeüb¬ 
ten Drucke verfliesst. 
Nicht blos mit Rücksicht auf die Physiologie, sondern auch 
mit Rücksicht auf physikalische Untersuchungen sowie auf die 
praktische Astronomie ist die Reantwortung der Frage, welche 
Zeit vergeht zwischen dem Eintreten einer Erscheinung und 
eines unmittelbar nach ihrer Wahrnehmung mittelst eines Druckes 
der Hand gegebenen Zeichens, von Interesse. Ich will zunächst 
die Frage beantworten, wie gross dieser Zeitraum wird, wenn 
ein scharfer kurzer Schlag oder Ton mittelst des Gehörs wahr¬ 
genommen wird. 
Die bereits in dem vorhergehenden Abschnitte ausführlich 
mitgelheilte Versuchsreihe kann sofort zur Lösung der betreffen¬ 
den Frage benutzt werden. Der herabfallende Hammer schloss 
möglichst genau in dem Augenblicke, wo er auf das Riech auf¬ 
traf, durch das Eintauchen der Platinspitze U in das Quecksil¬ 
ber X die Kette des linken Elektromagnets. Um jedoch bei dem 
wenn auch nur geringen, doch stets vorhandenen Zurücksprin- 
gen des Hammers eine neue Öffnung der Kette infolge eines 
Heraustretens der Platinspitze aus dem Quecksilber nach dem 
ersten Eintauchen unmöglich zu machen, musste die Platin¬ 
spitze ein wenig früher die Quecksilberfläche berühren, als der 
Hammer die metallische Unterlage (ein auf ein Kupferstück ge- 
löthetes Plalinstück) erreichte. Infolge dieses Umstandes wird 
der nachher zu ermittelnde Zeitunterschied etwas zu gross ge¬ 
funden, indess ist der Fehler nur unbedeutend ; übrigens lässt 
er sich, wie ich sogleich zeigen werde, durch eine geringe Ände¬ 
rung des Apparates bestimmen und in Rechnung ziehen. 
Sehen wir zunächst von ihm ab, d.h. nehmen an, dass die 
Kette des linken Elektromagnets in demselben Augenblicke ge¬ 
schlossen werde, in welchem der fallende Hammer das unterge¬ 
legte Blech trifft, so lehrt die Versuchsreihe des vorhergehenden 
Abschnittes, dass zwischen der Entstehung des Tones und der 
unmittelbar darauf ausgeführten Druckbewegung im Mittel eine
        

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