Bauhaus-Universität Weimar

Die Gesichtsempfindungen. 
Wir haben im ersten Abschnitt unseres Berichtes den Gang 
der Lichtstrahlen bis zur Netzhaut des Auges verfolgt und gesehen, 
wie durch die besondere Einrichtung des optischen Apparates 
bewirkt wird, dass das von den einzelnen leuchtenden Punkten 
der Aussenwelt ausgegangene Licht sich in den empfindlichen 
Endapparaten einzelner Nervenfasern wieder vereinigt, so dass es 
nur diese allein, nicht aber ihre Nachbarn in Erregung versetzt. 
Hier glaubte die ältere Physiologie ihre Aufgabe gelöst zu haben, 
soweit sie ihr lösbar erschien. In der Netzhaut traf das äussere 
Licht unmittelbar auf empfindende Nervensubstanz und konnte von 
dieser, wie es schien, direct empfunden werden. 
Im vorigen Jahrhundert aber und namentlich im ersten Viertel 
dieses Jahrhunderts wurde die Kenntniss von den Vorgängen im 
Nervensystem so weit ausgebildet, dass Johannes Müller, damals 
noch in Bonn, später in Berlin, schon im Jahre 1826 in seinem 
Epoche machenden Werke: „Zur vergleichenden Physiologie 
des Gesichtssinnes“ die wichtigsten Grundzüge für die Lehre 
von dem Wesen. der Sinnesempfindungen hinstellen konnte. 
Grundzüge, welche durch die Forschungen der darauf folgenden 
Zeit in allen wesentlichen Stücken nicht nur bestätigt wurden, 
sondern sich von noch weitergehender Anwendbarkeit erwiesen, 
als der berühmte Physiolog nach den ihm vorliegenden That- 
sachen damals vermuthen konnte. Die von ihm aufgestellten 
Sätze werden gewöhnlich unter dem Namen der Lehre von den 
specifischen Sinnesenergien zusammengefasst. Diese Sätze 
sind also nicht mehr so neu und so unbekannt, dass sie zu
        

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