Bauhaus-Universität Weimar

Täuschung über Richtungsänderungen. 
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Fig. 8 u. 4. 
gen Strich oder Streifen entgegengesetzten Seite abgelenkt. Wir 
haben, welches Stttck der Horizontallinien oder Verticalstreifen 
wir auch gerade im Auge haben und durchlaufen, immer den Ein¬ 
druck, als bewegten wir uns in einer etwas geneigten Rich¬ 
tung. Indem dann die gleichen Eindrücke der verschiedenen 
Momente der Bewegung sich zu einem einheitlichen Eindruck ver¬ 
einigen, erscheinen uns die ganzen Horizontallinien und Vertical¬ 
streifen in der geneigten Richtung, soweit nämlich gleich gerich¬ 
tete schräge Striche odeT Streifen von ihnen ausgehen bezwT. sie 
schneiden. Wie daraus der Effekt der drei Muster her vergehe, 
braucht nicht weiter gesagt zu werden. Derselbe besteht, wie 
man sieht, darin, dass wir in Fig. 2 die Verticalstreifen abwechselnd 
nach rechts und links geneigt glauben und dass die Horizontal¬ 
linien in Fig. 3 gegen die Enden hin sich einander zu nähern, in 
Fig. 4 gegen die Enden hin auseinanderzuweichen scheinen. ' 
Bei dem Zöllner’schen wie bei den Hering’schen Mustern 
nun verschwindet die Täuschung oder wird wenigstens unsicherer, 
wenn man einen Punkt der Figur starr fixirt, sie tritt sofort wieder 
auf, wenn man den Blick wandern lässt. Die Bewegung ist also 
hier wesentlich. Aber sie ist es nicht an sich, sondern als Be¬ 
dingung oder Träger der succesiven Auffassung der Teile, die die 
Täuschung eigentlich bedingt. Dass überhaupt die Auffassung das¬ 
jenige ist, worauf ob eigentlich ankommt, erhellt sehr deutlich aus 
einer Bemerkung Helmholtz7, die ich durchaus bestätigt finde. 
Ihr zufolge schwindet nämlich beim Zöllner’sehen Muster die 
Täuschung vorzugsweise dann, wenn nicht nur fixirt wird, sondern 
es auch ausserdem gelingt, „nicht die schwarzen Streifen als Ob- 
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