Bauhaus-Universität Weimar

494 Kap. XXI. Qualitative und räumliche VersehmelZungen. 
ten angehört haben. Da die Möglichkeit besteht, so muss die 
Ranmtheorie ihr gerecht werden. 
Nnn erleben wir es freilich jetzt nicht mehr, dass Eindrücke 
ei es e8 und e<> s3 uns zum Bewusstsein gelangen, ohne dass an¬ 
dere Tasteindrücke oder reproductive Vorstellungen von solchen 
sich dazwischen schieben und ihre Verschmelzung verhindern. 
Aber wie machen sie dies? Auch die dazwiscbengeschobenen 
Tasteindrücke gehören teils der einen, teils der andern Körper¬ 
hälfte zu, sind also teils e, teils ihnen entsprechende £. Müssen 
jene et e* es und e2 «8 ursprünglich der Verschmelzung fähig ge¬ 
wesen sein, dann gilt dasselbe auch von diesen e und e. Die 
Verschmelzung dieser e und c höbe aber das Hinderniss, das sie 
der Verschmelzung der ei e* e8 und ej £* e8 bereiten, auf. Die Er¬ 
klärung, die ei e*'e8 und «i £8 verschmölzen nicht wegen des 
zwischengeschobenen Raumstücks, erklärt also nichts, sondern lässt 
die Frage,* wie Eindrücke einander entsprechender Stellen es an¬ 
fangen, nicht zu verschmelzen, von neuem entstehen. 
Endlich erinnere ich noch an eines. Ich sagte oben S. 487, 
Eindrücke, die qualitativ nach drei Dimensionen abgestuft seien, 
könnten nach zwei Dimensionen räumlich verschmelzen, nur wenn 
schon jeder Eindruck e4, mit dem eine dritte qualitative Dimen¬ 
sion beginne, der gleichzeitigen Verschmelzung mit drei benach¬ 
barten Eindrücken ei e2 e8, die selbst flächenhaft verschmolzen sind, 
sich weigere. Nun seien die vier Nervenendigungen ni ns n® n4, 
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deren Reizungen die einfachen Eindrücke et e* e8 e4 ergeben, zu¬ 
nächst so nebeneinander in die Haut eingebettet, dass sie die 
Ecken irgend eines Vierecks bilden. Es müssen sich dann zwei 
Punkte pi und p8 finden lassen, die zu den Orten der vier n so 
sich verhalten, dass ein Druck auf p( die nt n > n8 und ebenso ein 
Druck auf p8 die n* n8 n4 gleichmässig in Mitleidenschaft zieht, • 
also durch jenen die et e* e8, durch diesen die e* e8 e4 zugleich 
«cafifigt werden. Geschieht der Druck auf beide p gleichzeitig, so 
muss unserer Voraussetzung zufolge ein Gesammteindruck entste¬ 
hen, in dem ei und e4 von einander getrennt empfunden werden. 
Dabei muss es aber auch bleiben, wenn pi und p* sich einander 
nähern und schliesslich zusammenfallen. Es brauchen nur die n 
räumlich so gelagert, oder die Haut so construirt zu sein, dass die 
beiden Druckreize auch nach der Annäherung, oder dass auch der 
eine auf die zusammenfallenden p ausgeübte Druckreiz noch die
        

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