Bauhaus-Universität Weimar

490 Kap. XXL Qualitative und räumliche Verschmelzungen. 
nach verschiedenen Richtungen weiter und weiter gehen und 
Druckreize ausüben, scheinen auch die qualitativen Abstände der 
entsprechenden Eindrücke successive zuzunehmen. Dass dabei die 
qualitative Aenderung in nur zwei Dimensionen sich vollziehe, 
lässt sich freilich nicht mit Sicherheit behaupten. Es hindert aber, 
wenigstens solange wir innerhalb gewisser Grenzen bleiben, nichts, 
es anzunehmen. 
Aber auch nur, solange wir innerhalb gewisser Grenzen bleiben, 
ist dem so. Jenseits derselben hat die (Jebereinstimmung ein Ende. 
Gehe ich vom Punkte pi der linken Hand, dessen zugehöriger Ein¬ 
druck ei heissen möge, in irgendwelcher Richtung weiter und weiter, 
bis ich zu dem, zu pi symmetrischen Punkte der rechten Hand ge¬ 
lange, so nähert sich die Qualität der Eindrücke schliesslich wiederum 
der Qualität des er, der dem nx zugehörige Eindruck endlich 
ist dem 6i in besonderem Maasse ähnlich. So stimmt offenbar der 
Charakter der Eindrücke einander entsprechender Stellen der 
Körperoberfläcbe immer in besonderem Maasse überein, mögen sie 
soweit von einander abliegen und soweit von einander localisirt 
werden, als sie wollen. Dies verwundert uns nicht. Der gleiche 
Bau der rechten und linken Hand wird auch eine annähernde 
Gleichheit der Bedingungen, auf denen die besonderen Charaktere 
der Eindrücke beruhen, in sich schliessen. — Wie aber verträgt 
sich die besondere Aehnlichkeit dieser Charactere, oder kürzer 
der Lokalzeichen, mit dem grossen Unterschied der Localisation? 
In doppelter Weise kann die Aehnlichkeit sich näher be¬ 
stimmen. Ich nehme an, die Eindrücke e8 e8 e« etc., die ich er¬ 
zeuge, indem ich von pi nach verschiedenen Richtungen weiter 
gehe, bilden ein qualitatives System von nur zwei Dimensionen. 
Nun gelange ich, wenn ich weit genug gehe, auch zu solchen e, 
die von ei qualitativ weiter abstehen als £t. Mit keinem der e 
braueht et zusammenzufallen. Wohl aber muss es notwendig 
qualitativ zwischen zwei oder mehreren der e sich einschieben, 
wenn es demselben System von zwei Dimensionen angehören oder 
negativ ausgedrückt, wenn es von ei nicht nach einer andern Rich¬ 
tung, als den in jenen Dimensionen enthaltenen, qualitativ abwei¬ 
chen soll. Tnt es dies aber, dann muss es auch zwischen die e 
localisirt werden, — wenn nämlich, wie wir ja hier voraus¬ 
setzen, die qualitativen Verhältnisse allein die räumlichen Ver¬ 
hältnisse bestimmen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.