Bauhaus-Universität Weimar

• Die Umwandlung des Urteils: Gedachte Bedingungen. 425 
die Frage, ob a auch diesmal wirklich a sei, das a nur veran¬ 
lassen kann, sich energischer znr Geltung zu bringen, dient die 
Hemmung des m notwendig dem mi, das mit ihm im disjunktiven 
Verhältnisse steht, zur Verstärkung. Von einer solchen Verstär¬ 
kung könnte keine Rede sein, wenn nicht mt zugleich irgendwel¬ 
chen reproductiven Anstoss erführe. Aber den muss es nach unse¬ 
rer Voraussetzung jederzeit durch a erfahren, mt ist nur für ge¬ 
wöhnlich durch die Uebermacht des m niedergehalten. Es wird 
also mi relativ mächtig, die Frage wird zum wirklichen mehr oder 
weniger energischen Zweifel, ob m oder mi an a vorgestellt wer¬ 
den solle. Angenommen nun, der Widerspruch P Pi finde keinen 
anderweitigen Weg der Lösung, dann wirkt er immer wieder 
das nn hervordrängend. Jedesmal knüpfen sich engere, zugleich 
wechselseitige Beziehungen zwischen a, mi und P. Schliesslich wird, 
wir mögen wollen oder nicht, der Gegensatz zwischen m und mf 
das Mittel der Lösung des Widerspruchs. Die Wahrnehmung des 
Pi an a ruft mt herbei, unterdrückt m und gelangt so zu unange¬ 
fochtener Geltung. Ebenso ruft die Wahrnehmung des P an a das 
m herbei und gelangt damit zu widerspruchslosem Bestand. — Die 
besondere B edeutung. die bei diesem Falle das disjunktive Verbält- 
niss gewinnt, ist es hauptsächlich, die mich denselben hier beson¬ 
ders hervorheben lässt. 
Eben dies Verhältniss gewinnt auch besondere Bedeutung, 
wenn wir jetzt zur zweiten Aenderung unsrer Voraussetzungen 
übergehen und annehmen, dass auch solche ursprüngliche Be¬ 
dingungen der P undPi, deren Inhalte diesen zeitlich vorangehen, 
bei dem Widerspruch P Pi beteiligt sind, also es sich gefallen 
lassen müssen, durch eben diesen Widerspruch modificirt zu wer¬ 
den; wenn wir mit andern Worten den Process, durch den zeitlich 
vorangehende Vorstellungsinhalte endgiltige und notwendige Be¬ 
dingungen einer Vorsteiiungsnötigung werden, noch besonders be¬ 
rücksichtigen. Wesentlich Neues kommt dabei freilich nicht in 
Betracht. Wir können uns darum kurz fassen. 
Vor allem ist deutlich, dass ein P, das einen dauernd wirk¬ 
lichen Zustand repräsentirt, keine nur vorangehenden, also nicht 
mit ihm zugleich dauernden Bedingungen erträgt. Die Dauer des 
P zerfalle in die Momente mh m2, m3 etc. Mit Rücksicht auf alle 
die Momente behaupten wir die Wirklichkeit des P, fühlen wir 
uns also P vorzustellen genötigt. Mit Rücksicht auf jeden der Mo-
        

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