Bauhaus-Universität Weimar

Die Umwandlung des UrteilB: Rückläufige Vorstellungsbewegung. 419 
Wir dürfen aber endlich auch folgenden Umstand nicht über¬ 
sehen. Indem P, den Abfluss des a nach P hemmt, tritt es auch 
dem Bestände des a, in dessen Natur cs ja liegt, nach P ab- 
zufliessen, hemmend entgegen. Dass dem so ist, davon haben wir 
ein deutliches Bewusstsein. Wir fragen uns, wenn wir den Mangel 
der Blätter bemerken, verwundert, ob denn der Baum wirklich 
der Baum sei, den wir sonst immer mit Blättern sahen. Diese 
Hemmung nun trifft zunächst den Teil as, der unmittelbar in P 
abzufliessen strebt, dann erst in abnehmendem Grade die a2 und 
ai. Indem as gehemmt wird, vermindert sieb die Möglichkeit des 
Abflusses von at und a8 nach a3; indem a$ und a2 gehemmt wer¬ 
den, erfährt der Abfluss von ai eine weitere Verminderung. Jede 
solche Verminderung des Abflusses ist gleichbedeutend mit einer 
Hebung des entsprechenden Teiles von a. Derselbe eignet nach 
Maassgabe der Energie, die er noch besitzt, seelische Kraft für 
sich an, statt sie weiter strömen zu lassen. Das Pj lässt also, in¬ 
dem es die seelische Bewegung in a staut, sie zugleich innerhalb 
des a nach rückwärts geben. Wir wenden uns, zunächst in Ge¬ 
danken, von dem Pi successive zu a8, a*, ai zurück. Dass wir 
dies wirklich tun, sagt uns wiederum die Erfahrung. 
Aber es braucht nicht einmal bei der Rückwärtswendung in 
Gedanken zu bleiben. Die Stauung, die as erfährt, kommt in Con- 
flikt mit der Energie des as seelische Kraft, und zwar für sich, 
anzueignen. a$ strebt gegen die Hemmung; strebt nach freiem 
Zustandekommen. Ebenso die % und &i, nachdem sie die Hemmung 
ihres freien Zustandekommens erfahren haben. Dies Aufstreben der 
a setzt von selbst den Mechanismus der Mittel in Bewegung, durch 
welchen erfahrungsgemäss ihr möglichst ungehemmtes Zustande¬ 
kommen zuwege gebracht worden war. Mit andern Worten, es 
treibt uns, nicht blos in Gedanken, sondern in Wirklichkeit nach¬ 
einander zu as — vorausgesetzt, dass auch dies nicht mehr u n- 
mittelbar dem Blick sich darbot — und von da zu den a* und 
a( zurückzukehren. Wir wenden, um uns zu vergewissern, dass die 
Eiche wirklich eine Eiche sei, noch einmal unsern Blick von den 
Zweigen zur ganzen Eiche. 
Nicht um da zu bleiben. Jemehr ai durch die Rtick- 
wärtswendung wiederum zur Geltung gekommen ist, umso 
mehr muss sich auch die alte Tendenz des Uebergangs zu a2 und 
a3, und von da zu P oder dem Ort des P, wiederum geltend
        

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