Bauhaus-Universität Weimar

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Kap. XIII. Die umfassenderen seelischen Verhältnisse. 
ausgedrückt, wenn wir ein Recht haben, allgemeine seelische Natur 
oder „Seelenganzes“ und allgemeines seelisches Leben hinsichtlich 
ihres freundlichen oder gegensätzlichen Verhaltens zu irgendwelchen 
Eindrücken, einander gleich zu setzen, wie wir auch schon gelegent¬ 
lich taten. 
Mit der Frage nach diesem Rechte nun wird es gleich das 
folgende Kapitel zu tun haben. Allgemeiner handelt es sich darin 
um diejenigen psychologischen Verhältnisse, in denen seelische 
Erregungen — nicht mehr zu anderen einzelnen Erregungen, son¬ 
dern zu umfassenderen Erregungszuständen stehen. 
Dreizehntes Kapitel. 
Die umfassenderen seelischen Verhältnisse. 
Den Uebergang vom vorigen Kapitel zu diesem gewinnen wir 
leicht durch die Bemerkung, dass dort unter andern auch schon 
solche psychologische Verhältnisse besprochen wurden, die zugleich 
ebensowohl hieher gehören. Dies gilt beispielsweise von dem Verhält¬ 
nis zwischen Hungergefühl und Geschmacksempfindungen. Diesem 
fügen wir gleich hinzu das ihm entgegengesetzte Verhältnis zwi¬ 
schen Geschmacksempfindungen und dem Gefühl der Sättigung. 
Endlich können wir ihm zur Seite stellen das früher erwähnte 
Verhältnis zwischen dem Gefühl des allgemeinen körperlichen 
Uebelbefindens beim Raucher und den speziellen Empfindungen des 
Geschmacks und Geruchs, die das Rauchen mit sich bringt 
Was diese Verhältnisse Gemeinsames haben, besteht darin, 
dass sie nicht mehr eigentlich Verhältnisse zwicben einzelnen 
Empfindungen beziehungsweise Vorstellungen heissen dürfen, viel¬ 
mehr genauer als Verhältnisse von Empfindungen zu allgemeineren 
seelischen Erregungen bezeichnet werden müssen. Nicht als wäre 
die Empfindung des körperlichen Unwohlseins, um mich auf den 
zuletzt angeführten Fall zu beschränken, nicht am Ende auch eine 
bestimmte in sich abgeschlossene Empfindung. Aber während wir 
uns die einfachen Ton- und Farbenempfindungen, von deren Ver-
        

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