Bauhaus-Universität Weimar

Vorwort. 
„Grundtatsachen des Seelenlebens“ nenne ich vorliegendes 
Buch, nicht ohne Furcht, es möchte hinter dem Titel gesucht wer¬ 
den, was anzukündigen nicht seine Absicht ist. Fern liegt mir vor 
allem der Versuch, auf „letzte und höchste Fragen“ darin die 
Aptwort zu geben. Nur auf die Grundtatsachen und Grundgesetze 
des Seelenlebens, die in der Erfahrung sich als solche darstellen, 
ist es abgesehen. Selbst wo von einem seelischen Wesen die Rede 
ist, hat dies zunächst nur die Bedeutung eines zusammenfassenden 
Ausdrucks ftir die Tatsachen und Gesetze. 
Unter Erfahrung verstehe ich hier die psychologische Erfah¬ 
rung. Psychologisch ist der Standpunkt des Buches, und weder 
metaphysisch, noch physiologisch. Nicht auf die den psychischen 
Phänomenen zu Grunde liegenden oder sie begleitenden physi¬ 
schen Vorgänge, sondern auf jene als solche kam es mir an. 
Darum konnte ich doch nicht umhin, auf die Grenzgebiete zwischen 
Physiologischem und Psychologischem da und dort Uberzuschwei¬ 
fen. Die exakten Resultate der Wundt’sehen und anderweitiger 
physiologisch-psychologischer Arbeiten waren mir sogar in ganz 
besonderem Maasse wertvoll. 
Noch nach anderer Richtung habe ich die Absicht des Buches 
einzugrenzen. Um eine systematische Erörterung der Grund¬ 
tatsachen handelte es sich mir, eine zusammenhängende An¬ 
schauung wollte ich geben, nicht einzelne Fragen nach allen mög¬ 
lichen Seiten beleuchten. Da dies die Meinung war, so glaubte 
ich auf grundsätzliche Heranziehung der Versuche und Lei¬ 
stungen anderer, die bei monograpischer Behandlung bis zu ge¬ 
wissem Grade Pflicht gewesen wäre, verzichten zu müssen. Wo
        

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