Bauhaus-Universität Weimar

Reproduction auf Grund der Aehnlichkeit. 
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gebracht werden. Bezeichnen wir nun diejenige Erregung einer 
Disposition oder eines Vermögens, die naturgemäss in der Erzeu¬ 
gung einer Empfindung mündet, kurz als Empfindungserregung, 
diejenige, die sich mit der Erzeugung einer Vorstellung (im enge¬ 
ren Sinne) begnügen muss, als Vorstellungserregung, dann ist nach 
dem Gesagten deutlich, dass eine dem a eignende Empfindungs¬ 
erregung als so 1 che nicht auf b übergehen kann, so sehr auch b 
an sich einer solchen Erregung zugänglich wäre. Sie kann den 
Uebergang bewerkstelligen nur so, dass sie im Uebergehen zur 
blosen Vorstellungserregung sich abstumpft. Sie kann, vorausge¬ 
setzt dass es denn doch eigentlich in ihrer Natur liegt als das, 
was sie ist, nämlich als Empfindungserregung auf b überzugehen, 
dies ihr höheres Streben nur dadurch zu erkennen geben, dass sie 
einem etwaigen zu gleicher Zeit an b gelangenden äussern Reize 
unterstützend und den Process der Empfindungserzeugung erleich¬ 
ternd entgegen kommt. Dass jener Uebergang tatsächlich statt¬ 
findet, wissen wir. Empfindungen erzeugen ähnliche reproductive 
Vorstellungen ohne weitere Hilfe. Dass auch dies Entgegenkommen 
stattfindet, davon werden wir später zu reden haben. — Dagegen 
kann eine blose Vorstellungserregung des a als solche auf b sich 
erstrecken. Wiederum kann sie es nicht blos, sondern dergleichen 
geschieht auch tatsächlich. Auch Vorstellungen erzeugen ähnliche 
ohne weiteres. 
Natürlich teilt sich von der Erregung des a dem b umso mehr 
mit, ein je grösseres Quantum von b in a enthalten ist. Anders 
ausgedrückt, die Vorstellung oder Empfindung a erzeugt die Vor¬ 
stellung b mit einer Energie, die zum Grade der Aehnlichkeit im 
Verhältniss steht. Die Reproduction gebt ja nicht auf b, sofern 
es ein von a verschiedenes ist, sondern nur sofern es mit ihm über- 
einstimmt. Die Reproduction des Aehnlichen ist also zunächst 
eine Reproduction des Gleichen, eine Selbstwiederholung, sie er¬ 
streckt sich auf das nur Aehnliche, das Gleiches mit Fremdartigem 
untrennbar verbindet, wegen dieser untrennbaren Verbindung. 
Nichts anderes als dies ist, was das Weitergehen der Erregung in 
die Tiefe bis zu einer mit b unabtrennbar verbundenen „Schicht“ 
bedeuten sollte. Es scheint nun, als müsse, wenn es sich um Re¬ 
production des Gleichen oder des in hohem Grade Aehnlichen 
oder endlich des nur nebensächlich mit dem reproducirenden a 
Uebereinstimmenden handelt, das Gleiche um seines natürlichen
        

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