Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Tonlage der Konsonanten und die für das Sprachverständnis entscheidende Gegend des Tonreiches
Person:
Stumpf, C.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38869/1/
ü3ü 
Gesamtsitzung vom 28. Juli 1921 
Über die Tonlage der Konsonanten und die für das 
Sprachverständnis entscheidende Gegend des Ton¬ 
reiches1. 
Von C. Stumpf. 
i. Wie schon in einem früheren Bericht erwähnt wurde', kann 
man nicht nur Vokale, sondern auch Konsonanten durch ein System von 
Interferenzröhren ab- und auf bauen. Man braucht zum vollständigen 
Abbau zahlreiche (bis zu 60) Seitenröhren, die durch verschiebbare 
Stempel von Null bis zu etwa 40 cm eingestellt werden können3. Da 
stimmhafte Konsonanten außer dem charakteristischen Konsonanten¬ 
geräusch noch den variablen Stimmklang'enthalten, muß man im all¬ 
gemeinen mit der Analyse stimmloser Konsonanten beginnen. Diese 
erstrecken sich, wie wohl alle Geräusche, stetig über einen gewissen 
Bezirk des Tonreiches, und zwar liegen sie ihren Hauptteilen nach 
alle in dessen oberer Hälfte. Sie beginnen in der kleinen oder ein¬ 
gestrichenen Oktave, einige auch erst bei c2, und reichen zumeist bis 
in die fünfgestrichene, manche auch noch eine Oktave höher hinauf. 
Innerhalb des Gesamtumfanges eines Konsonanten liegt eine Strecke, 
die für seine Eigentümlichkeit am entscheidendsten ist und als sein 
Formant bezeichnet werden kann. Sie ist gegeben durch die obere 
Grenze, an der beim Abbau die erste eben merkliche Schädigung ein- 
1 Uber diese Untersuchungen wird ausführlicher in zwei Abhandlungen be¬ 
richtet, die demnächst in den von Passow und K. L. Schaefer herausgegebenen "Bei¬ 
trägen zur Anatomie, Physiologie, Pathologie, Therapie des Ohres, der Nase und des 
Halses« Bd. XVII erscheinen werden. 
2 Die Struktur der Vokale. Diese Sitzungsberichte (1918) S. 338, 355 ff. 
3 Die wirksamen Einstellungen entsprechen von f2 aufwärts nicht genau den 
berechneten Viertelwellenlängen der auszuschließenden Töne, sondern etwas kleineren 
Werten. Diese Abweichung hat aber nichts zu tun mit der Verringerung der Schall¬ 
geschwindigkeit in Röhren. Sie erfolgt zwar in gleicher Richtung, wächst aber im 
Gegensatz zu jener mit der Tonhöhe und mit der Weite der Rühre. Näheres in der 
Abhandlung (mit v. Allf.sch) »Uber den Einfluß der Röhren weite usf.« in dem oben¬ 
erwähnten Bande der PASsow-ScHAEFERSchen »Beiträge«.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.