Bauhaus-Universität Weimar

358 (iesmntsit/.uiig vom 4. April 1918. — Mitt. vom 28. Mai 1914 usvv. 
normalhelles A. Und so kann man die Unterschiede bis in alle Fein¬ 
heiten aufzeigen und die in einem Einzelfalle beabsichtigte Nuance 
akustisch festlegen. 
Für die Phänomenologie des Tongebietes und der Sinneserschei¬ 
nungen überhaupt aber fließen aus der bloßen Tabellarisierung der 
Bestandteile weitere und tiefere Aufgaben. Es fragt sich nach tien 
gesetzlichen Zusammenhängen, die die Eigenschaften einfacher Töne 
mit denen des Klangganzen verknüpfen. Besonders drei Fragen sind 
hier zu lösen (sie gelten analog auch für Instrumentalklänge): 
i. Wie und unter welchen Bedingungen ist es möglich, daß eine 
Vielheit einzelner Töne so zur Einheit zusammenschmilzt, wie es doch 
beim Eindruck eines Vokals der Fall ist? 2. Wie verhält sich die 
spezifische Qualität eines Vokals zu den Eigenschaften der Teiltöne, 
aus denen er besteht? 3. Wie verhält sich die Stärke des Gesamt¬ 
klanges zur Stärke seiner Teiltöne? 
Zur Untersuchung dieser Fragen, hinter denen sich auch eigent¬ 
lich-psychologische Probleme von nicht geringer Tragweite verbergen, 
haben neuerdings W. Köhlers Tonstudien lebhafte Anregungen gegeben. 
Die synthetischen Erfahrungen liefern lehrreichen Stoff dafür, aber es 
läßt sich darüber nicht in Kürze berichten. Betont sei nur, daß die 
Untersuchung auch dieser prinzipiellen Fragen ihr Ziel nur erreichen 
wird, wenn mit einer großen Anzahl vollkommen einfacher Töne von 
genügend veränderlicher Stärke gearbeitet wird. 
Ausgegeben am 11. April. 
Berlin, gedruckt iu der lleichsdruckerei.
        

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