Bauhaus-Universität Weimar

176 
Stumpf, Zur Analyse der Konsonanten. 
vertreten sein müssen, weil fast jedes Hineinschieben einer Röhre 
einen Unterschied macht. Dies bestätigt sich durch das Folgende. 
Ich versuchte, auf dem oben S. 168 ff. angegebenen Weg auch 
hier die einzelnen Teiltöne nach Möglichkeit zu isolieren und ihre 
relative Stärke zu bestimmen. Hierbei stellte sich heraus, daß die 
vier tiefsten mit mäßiger Stärke vorhanden sind, der zweite stärker 
als die anderen, daß dann eine Abschwächung eintritt, einige (der 
7. und 9.) auch wohl gar nicht vorhanden, sind, daß aber in der 
3-gestrichenen Oktave und der ersten Hälfte der 4-gestrichenen 
noch immer weitere Töne von merklicher Stärke hinzutreten. 
Wenn man die untere Abteilung des Lautes bis etwa zur Hälfte 
der 3-gestrichenen Oktave ausschließt (außer soweit ungerade Mul- 
tipla mit ausgeschlossen würden), so vernimmt man ebenso wie bei 
den stimmhaften M, N, Ng die Gesamtheit der oberen Bestandteile, 
die Formantregion, als ein Wispern (Herr v. A11 e s c h nannte es 
ein leises Meckern), das offenbar, im Zusammenhang mit den tieferen 
Bestandteilen, dem Ganzen den leicht näselnden Charakter verleiht. 
Und man kann in diesem Wispern auch die einzelnen Bestandteile 
bis zu einem gewissen Grade isolieren. So habe ich alle Töne von 
c4 bis g4 gelegentlich für sich hören können. 
Die Lage dieses nasalen Elements erweist sich hierbei als un¬ 
abhängig von der Höhe des Grundtons. Es liegt also wieder ein 
Nasalformant im strengen Wortsinne vor, und zwar derselbe, 
den wir bei den nasalen Konsonanten gefunden haben. Das ge¬ 
sungene L ist daher akustisch in der Tat als ein näselnder 
V o k a 1 in Anspruch zu nehmen.1) 
Diese Ergebnisse wurden durch Versuche mit Resonanzgabeln 
bestätigt. Das auf c\ gesungene L ergab für die. aufeinanderfolgen¬ 
den 6 ersten Teiltöne folgende subjektive Stärken: 1, 2, 11/2, 1, 72» 
i%, dann für den 7. (&3) bis 12. (g4) je 1/4 bis 1/8. Bei dem auf dem¬ 
selben Grundton gesungenen U ist der 3. Teilton g2 viel stärker, 
dagegen aller höheren = 0. Es ist also sogar auf diesem einfachen 
Wege die Existenz der nasalen Formantregion beim L nachweisbar. 
Eine Senkung. der L-Rurve zwischen den unteren Teiltönen und 
dieser Region läßt sich allerdings auf diesem Wege nicht fest¬ 
stellen; dazu ist die Reaktion der hohen Gabeln schon an sich zu 
schwach. Aber daß Beimischungen bis zu g4 vorhanden sind und 
7 Wir sehen auch hier von der Entstehungsfrage ab. Es soll also mit 
de? rbblgen :Be;zeichnühg'"'lèdiglieh 1 dië ; akustische Beschaffenheit ausge- 
dtûçM'sè&ijhli-iîcb; ,1 om'VToT. vh OYb
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.