Bauhaus-Universität Weimar

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impulse hervor, kurz positiv tritt nichts ein, was nicht auch im 
wachen Zustand eingetreten wäre, falls alle gegenwirkenden hem¬ 
menden Vorstellungen unterdrückt wären. 
Die Wirkung der Hypnose ist also lediglich negativ; 
sie unterdrückt alle Vorstellungen, welche der vom Hypnotiseur 
erweckten Vorstellung widersprechen, d. h. deren centrale Erregung 
mit antagonistischen peripheren Wirkungen verbunden wäre. Der 
Hypnotisirte, dem ich sage, dass er im Garten ist, und der des¬ 
halb etwa an den Wänden des Zimmers Blumen pflückt, thut 
nichts anderes, als was er im wachen Zustande auch thäte, wenn 
die gegenwirkende Vorstellung, dass er im Zimmer sitzt, für 
ihn nicht vorhanden wäre. Der Experimentator vermag mithin 
einen künstlichen Eingriff in den psychischen Mechanismus des 
Hypnotisirten derart vorzunehmen, dass er, ohne nach der positiven 
Richtung des Vorstellens, Urtheilens, Fühlens und Wollens etwas 
hinzuzufügen, negativ beliebige Complexe des Bewusstseinsinhaltes 
ausschalten kann. Wäre das letztere nicht, so wäre die Hypnose 
vom wachen Zustand nicht verschieden; wäre aber das erstere 
nicht, würde also das Bewusstsein des Hypnotisirten völlig leer 
sein, so dass die suggerirten Vorstellungen isolirt blieben, ohne 
das Räderwerk des normalen geistigen Geschehens in Bewegung 
zu setzen, so würde, was meist übersehen wird, von einem Ex¬ 
periment an Hypnotisirten gar keine Förderung für die Psycho¬ 
logie zu erwarten sein. Welchen Werth sollte es haben, ganz 
bestimmte einzelne Bewusstseinsinhalte isolirt in dem sonst leeren 
Bewusstsein hervorzurufen, da doch der Experimentator diese 
Inhalte schon in sich selbst erzeugt haben muss, um sie zu sugge- 
riren, die Suggestion somit lediglich eine Reproduktion des schon 
bekannten Inhaltes wäre, ohne dass daraus etwas hinzugelernt 
werden könnte. Die Hypnose wäre dann ein interessantes psycho¬ 
logisches Phänomen, das der Erklärung bedürfte, sie würde aber 
nicht selber zur Erklärung psychischer Erscheinungen Dienste 
leisten. Das vermag sie vielmehr lediglich deshalb, weil die sugge- 
rirte Vorstellung jeden normalen Bewusstseinsinhalt intakt lässt, 
der mit ihr nicht in Conflikt geräth, und somit alle geistigen 
Functionen zu normaler Thätigkeit anregt. 
Wenn der Hypnotisirte eine einzelne Vorstellung sich aneig-
        

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