Bauhaus-Universität Weimar

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die Seele es wollte, das geht den Physiologen, aber nicht den 
Psychologen an. Bei den psychopetalen Vorgängen konnte man 
die Körperphänomene nicht gut unberücksichtigt lassen, weil die 
gesammten Vorstellungen durch sie bedingt waren; bei den psycho- 
fugalen Vorgängen dagegen schien diese Rücksicht überflüssig, da 
hier das Psychische die Ursache, das Physische die Wirkung war, 
das Physische also nichts zur Erklärung des Psychischen beitragen 
konnte. Und noch gleichgiltiger als die gewollten Vorgänge der 
Körperperipherie erschienen die nicht gewollten, jene Spannungen, 
Bewegungen, Secretionen u. s. w., welche bei Gefühlen und Ge- 
müthsbewegungen, Vorstellungen und Trieben, ja selbst bei ein¬ 
fachen Empfindungen auftreten. Sie waren einfach „Begleit¬ 
erscheinungen die im Allgemeinen nichts Wesentliches zum 
psychischen Vorgang hinzubrachten. 
Diese Auffassung war natürlich die nächstliegende, so lange 
die Psychologie unter der Suggestion stand, dass unsere psychischen 
Elemente vornehmlich unseren fünf Sinnen entstammen, die Be¬ 
deutung der von den Muskeln, Gelenken, Drüsen u. s. w. aus¬ 
gelösten Empfindungen also im Wesentlichen übersehen wurde. 
Dass dieser Standpunkt heute nicht mehr haltbar ist, besprachen 
wir schon bei den psychopetalen Processen; es lässt sich eben 
nicht verkennen, dass die Quelle der für unser Geistesleben wich¬ 
tigsten, für die Constitution unserer Vorstellungen, Urtheile, Ge¬ 
fühle, Willensakte in gleicher Weise massgebenden Bewusstseins- 
elemente nicht in den eigentlichen Sinnesorganen, sondern in den 
inneren peripheren Körpertheilen, den Muskeln, Gelenken, Drüsen, 
Gefässen, Sehnen, Eingeweiden u. s. w. liegt. Ist das der Pall, 
so entsteht natürlich die Frage, wie jene inneren Organe dazu 
kommen, centripetal Erregungen zum Bewusstsein zu senden, die 
sich mit den Sinnesorganerregungen verbinden. Die äusseren Ob¬ 
jekte rufen lediglich die letzteren hervor, die ersteren müssen also 
anderen Ursprung haben. Zufällig kann ihr Auftreten auch nicht 
sein, da sie sich fortwährend in engster Beziehung zu den Sinnes¬ 
erregungen erweisen. Es bleibt nur die Annahme, dass die cen¬ 
tralen psychophysischen Erregungen, durch centripetale Reize an¬ 
geregt, fortwährend zu Quellen centrifugaler Impulse werden, deren 
periphere Wirkung sich in Bewegungen, Spannungen, Gelässver-
        

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