Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Willenshandlung. Ein Beitrag zur Physiologischen Psychologie
Person:
Münsterberg, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38837/62/
t 
IL 
Die Willenshandlniig als BewnsstseinserscMnimg, 
Die psychologische Seite der Willenshandlung ist der 
wissenschafthchen Beobachtung offenbar viel bequemer zugäng¬ 
lich als die physiologische Seite, die uns bisher beschäftigte. 
Handelte es sich dort um die ganze Reihe physikalisch¬ 
chemischer Vorgänge, von denen uns nur das Anfang- und 
Endglied, Reiz- und Muskelkontraktion, gegeben war, die 
mannigfaltigen Zwischenglieder also erst durch Experimente 
und Vergleichung mühsam von der Naturforschung festgestellt 
werden mussten, so gilt es hier nur die der Willenshandlung 
eigentümlichen Bewusstseinserscheinungen festzustellen, die als 
solche ja der Wahrnehmung unmittelbar zugänglich sind. 
Eine Isolierung derselben aus dem Gfetriebe der psychischen 
Vorgänge muss also die innere Seite der Willenshandlung 
unbezweifeibar richtig und zugleich vollständig klarlegen; voll¬ 
ständig, weil ein Bewusstseinsphänomen, so sehr es auch viel¬ 
leicht auf Nichtbewusstes hinweist, thatsächlich doch nur aus 
Bewusstem bestehen und somit bei der Analyse keinen un¬ 
bekannten Rest ergeben kann; richtig, weil das Objekt un¬ 
mittelbar gegeben, also keine höhere Instanz der Untersuchung 
denkbar ist. — Dennoch gehen, wie bekannt, nicht nur die 
Erklärungen, sondern auch die Darstellungen der Willens¬ 
phänomenologie weit auseinander; die Vorzüge der psycho¬ 
logischen Methode erweisen sich eben zugleich als ihre Fehler, 
vor allem der Vorteil, den die Analyse der Bewusstseins-
        

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